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Provinz Brandenburg

Die Provinz Brandenburg gehört, neben Ostpreußen, zum Kerngebiet Preußens.

Die Provinz Brandenburg des 17. Jahrhunderts verfügte über eine eigenständige regionale Kulturgeschichte. Zu nennen sind da als Beispiele die Zisterzienser in Brandenburg mit Kloster-Zinna, Kloster-Lehnin und Chorin.

Auch gab es bereits herausragende Einrichtungen, die mit den Universitätsgründungen in Frankfurt an der Oder 1506 als brandenburgische Landesuniversität für das Herzogtum Preußen durchaus überregionale Bedeutung erlangte.

Das Gebiet der Provinz Brandenburg:

Stand: 16.06.1925 (Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1926)

Ausdehnung                        Einwohner.

39.035,53 km²                    2.588.688

Stand: 23.08.2011 (Internetseite Amt für Statistik Berlin/Brandenburg)

29.483 km²                        2.503.273

 

"Die Provinz Brandenburg wurde 1815 gebildet und umfasste die Mark Brandenburg einschließlich der Neumark östlich der Oder, aber ohne die Altmark westlich der Elbe, die an die Provinz Sachsen angeschlossen worden war. Zur Provinz Brandenburg gehörte ferner die Niederlausitz. Sitz des Oberpräsidiums (= staatliche Provinzialregierung, geleitet vom Oberpräsidenten, für die es heute keine vergleichbare Institution gibt) war zunächst Potsdam, von 1827 bis 1843 Berlin, von 1843 bis 1918 Potsdam und von da an bis 1945 Berlin-Charlottenburg.

Am 1. April 1881 schied Berlin aus dem Provinzialverband Brandenburg aus und erhielt provinzähnliche Rechte. 1920 wurden weitere Gebiete der Provinz Brandenburg nach Groß-Berlin eingemeindet. Die Provinz Brandenburg gliederte sich in die beiden Regierungsbezirke Frankfurt und Potsdam. Die Regierungsbezirke waren in Stadtkreise und Landkreise aufgeteilt. Nach Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen im Jahre 1938 kamen von dort die Kreise Schwerin (Warthe), Meseritz und Bomst (teilweise) zur Provinz Brandenburg, die gleichzeitig die Kreise Friedeberg Nm. und Arnswalde an die Provinz Pommern abgab. Seit dem 21. März 1939 führte die Provinz die offizielle Bezeichnung „Mark Brandenburg“.

Wie auf der Potsdamer Konferenz beschlossen, wurde 1945 Ostbrandenburg entlang der Oder-Neiße-Linie unter polnische Verwaltung gestellt und wird bis heute als Woiwodschaft Lebus als ein Teil Polens verwaltet. Der westliche Teil bildete seit 1946 das Land Brandenburg innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone von 1949 bis zu seiner Auflösung 1952 innerhalb der DDR. Nach der deutschen Vereinigung wurde Brandenburg 1990 als Land, die Grundlage ist das Jahr 1952, wieder hergestellt.

Verwaltungsgliederung der Provinz Mark Brandenburg (Stand bei Auflösung 1945)

Kreise (1905)

Regierungsbezirk Frankfurt

Stadtkreise:

Stadtkreis Cottbus (seit 1886)
Stadtkreis Forst (Lausitz) (seit 1897)
Stadtkreis Frankfurt (Oder) (seit 1826)
Stadtkreis Guben (seit 1884)
Stadtkreis Landsberg (Warthe) (seit 1892)

Landkreise:

Landkreis Calau
Landkreis Cottbus
Landkreis Crossen (Oder)
Landkreis Guben
Landkreis Königsberg Nm.
Landkreis Landsberg (Warthe)
Landkreis Lebus (Landratsamt bis 1863 in Frankfurt/Oder, danach in Seelow)
Landkreis Luckau (Nd. Laus.)
Landkreis Lübben (Spreewald)
Landkreis Meseritz
Landkreis Oststernberg (Landratsamt in Zielenzig)
Landkreis Schwerin (Warthe)
Landkreis Soldin
Landkreis Sorau (Lausitz)
Landkreis Spremberg (Lausitz)
Landkreis Weststernberg (Landratsamt in Reppen)
Landkreis Züllichau-Schwiebus (Landratsamt in Züllichau)

Regierungsbezirk Potsdam

Stadtkreise:

Stadtkreis Lichtenberg (1908–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1
Stadtkreis Schöneberg (1899–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1
Stadtkreis Wilmersdorf (1907–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1
Stadtkreis Brandenburg (Havel) (seit 1881)
Stadtkreis Charlottenburg (1877–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)
Stadtkreis Eberswalde (seit 1911)
Stadtkreis Neukölln (1899–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)
Stadtkreis Potsdam (seit 1809)
Stadtkreis Rathenow (seit 1925)
Stadtkreis Spandau (1886–1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)
Stadtkreis Wittenberge (seit 1922)

1 ab 1912 schon mit Zusatz Berlin- geführt.

Landkreise:

Landkreis Angermünde
Landkreis Beeskow-Storkow (Landratsamt in Beeskow)
Landkreis Jüterbog-Luckenwalde (Landratsamt in Jüterbog)
Landkreis Niederbarnim (Landratsamt in Berlin)
Landkreis Oberbarnim (Landratsamt in Bad Freienwalde)
Landkreis Osthavelland (Landratsamt in Nauen)
Landkreis Ostprignitz (Landratsamt in Kyritz)
Landkreis Prenzlau
Landkreis Ruppin (Landratsamt in Neuruppin)
Landkreis Teltow (Landratsamt in Berlin)
Landkreis Templin
Landkreis Westhavelland (Landratsamt in Rathenow)
Landkreis Westprignitz (Landratsamt in Perleberg)
Landkreis Zauch-Belzig (Landratsamt in Belzig)

Politik

Für die – erheblich eingeschränkte – Selbstverwaltung der Provinzen bestanden bis 1875 Provinzialstände, in die vor allem Grundeigentümer und Städte ihre Vertreter entsandten. Als Ausführungsorgan der preußischen königlichen und später Staatsregierung ernannte diese einen Oberpräsidenten. Er folgte Anweisungen der Regierung und überwachte die Umsetzung der zentralen Vorgaben auf allen Verwaltungsebenen in der Provinz. Erst 1875, mit der Stärkung der provinzialen Selbstverwaltung, wurden die Provinzialstände durch den Provinziallandtag ersetzt.

Provinzen hatten seither eine Doppelnatur und doppelte Leitungsgremien, einerseits als Untergliederung des Zentralstaats, andererseits eine Gebietskörperschaft (Provinzialverband) kommunaler Selbstverwaltung höhere Ordnung.[2] Kreistage und Stadträte wählten die Mitglieder dieses Landtags. Der Provinziallandtag wählte eine Provinzialregierung, den Provinzialausschuss, und ein Provinzialoberhaupt, den Landesdirektor.[3]

Oberpräsidenten

1815–1824: Georg Christian Friedrich von Heydebreck (1765–1828)
1825–1840: Magnus Friedrich von Bassewitz (1773–1858)
1840–1848: August Friedrich Wilhelm Werner von Meding (1792–1871)
1848–1849: Erasmus Robert Freiherr von Patow (1804–1890) (kommissarisch)
1849–1850: August Herrmann Klemens Freiherr von Wolff von Metternich (1803–1872) (kommissarisch]
1850–1862: Eduard Heinrich von Flottwell (1786–1865)
1862: Werner Ludolf Erdmann von Selchow (1806–1884)
1862–1879: Gustav Wilhelm von Jagow (1813–1879)
1879–1899: Heinrich Karl Julius von Achenbach, Freikonservative Partei (1829–1899)
1899–1905: Theobald von Bethmann Hollweg (1856–1921)
1905–1909: August Clemens Bodo Paul Wilhelm von Trott zu Solz (1855–1938)
1909–1910: Friedrich Wilhelm von Loebell, Deutschkonservative Partei (1855–1931)
1910–1914: Alfred von Conrad (1852–1914)
1914–1917: Rudolf Wilhelm Graf von der Schulenburg (1860–1930)
1917–1919: Friedrich Wilhelm von Loebell, Deutschkonservative Partei (1855–1931)
1919–1933: Dr. Adolf Maier, DDP (1871–1963)
1933–1936: Wilhelm Paul Richard Kube, NSDAP (1887–1943)
1936–1945: Emil Stürtz, NSDAP (1892–1945)

Quelle: Hubatsch, Walther (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A Preußen, Band 5 Brandenburg, Marburg/Lahn 1975, S. 35–37.

Landesdirektoren

1876–1896: Albert Erdmann Karl Gerhard von Levetzow (1827–1903)
1896–1912: Otto von Manteuffel (1844–1913)
1912–1930: Joachim von Winterfeldt-Menkin (1865–1945)
1930–1933: Hugo Swart (1885–1952)

Wahlen zum Provinziallandtag

(An 100 % fehlende Stimmen: Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge)

1921: SPD 34,1 % – 31 Sitze | Bürgerliche Vereinigung 17,7 % – 16 Sitze | DNVP 17,5 % – 16 Sitze | DVP 11,0 % – 10 Sitze | USPD 8,8 % – 8 Sitze | DDP 6,6 % – 6 Sitze | KPD 3,3 % – 3 Sitze | Zentrum 1,2 % – 1 Sitz | WP 1,0 % – 1 Sitz
1925: SPD 32, 4 % – 32 Sitze | DNVP 28,6 % – 28 Sitze | KPD 8,3 % – 9 Sitze | DVP 6,3 % – 6 Sitze | Stadt und Land 5,3 % – 5 Sitze | WP 5,2 % – 5 Sitze | DDP 3,6 % – 4 Sitze | DVFP 2,4 % – 2 Sitze | Zentrum 1,1 % – 2 Sitze | WB Osthavelland 1,0 % – 1 Sitz | DLRP 0,9 % – 1 Sitz | Bürgerblock 0,5 % – 1 Sitz
1929: SPD 34,8 % – 34 Sitze | Stadt und Land/DNVP 29,4 % - 29 Sitze | KPD 8,8 % - 9 Sitze | WP 7,6 % – 8 Sitze | NSDAP 5,6 % – 6 Sitze | DDP/Zentrum 4,4 % – 4 Sitze
1933: NSDAP 53,2 % – 52 Sitze | SPD 20,6 % – 21 Sitze | DNVP 15,2 % – 15 Sitze | KPD 7,7 % – 8 Sitze

Literatur

Pestalozziverein der Provinz Brandenburg (Hrsg.): Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild, Berlin W 9, Verlag von Julius Klinkhardt, 1900; (Reprint: Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1999, ISBN 3-86047-209-7)
Fabian Scheffczyk: Der Provinzialverband der preußischen Provinz Brandenburg 1933–1945. Regionale Leistungs- und Lenkungsverwaltung im Nationalsozialismus, Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 3-16-149761-9

Einzelnachweise

↑ Maximilian Gritzner: Lands- und Wappenkunde der brandenburgisch-preußischen Monarchie, Berlin 1894
↑ Vgl. Artikel: "Provinzialverband", in: Der Große Brockhaus: Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden: 21 Bde.; Leipzig: Brockhaus, 151928–1935; Bd. 15 (1933), S. 187seq.
↑ In anderen Provinzen war nach 1918 die Bezeichnung Landeshauptmann üblich, aber Brandenburg behielt den alten Titel bei. Vgl. Artikel: "Landesdirektor", in: Der Große Brockhaus: Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden: 21 Bde.; Leipzig: Brockhaus, 151928–1935; Bd. 11 (1932), S. 71" [1]

 

Dieser Artikel wird fortgesetzt.



"..."[1] - Quelle Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Brandenburg)
 

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