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Zeitraum 1931 - 1945

 

1931

Die "klassische" Definition des Subsidiaritätsprinzips stammt aus der katholischen Soziallehre, genauer aus der Enzyklika "Quadragesimo anno" von Papst Pius XI. aus dem Jahre 1931.

Papst Pius XI. entwarf in dieser Sozialenzyklika das Modell einer Gesellschaft, in der die Aufgaben jeweils von der kleinsten Einheit gelöst werden sollen, der dies noch möglich ist, ohne dass ihre Kräfte überstiegen werden. Erst wenn die kleinere Einheit der Größe der Aufgabe nicht mehr gewachsen ist, soll die nächst größere Einheit eingreifen dürfen.

Trotz dieser breiten geistesgeschichtlichen Basis haben die Ausformulierung in einer päpstlichen Enzyklika und die dortige Benennung als "Subsidiarität" zunächst freilich für eine gewisse Polarisierung gesorgt. Antikatholische Reflexe und konfessioneller Argwohn ließen das Subsidiaritätsprinzip in der Endphase der Weimarer Republik und bis in die Anfangsjahre der Bundesrepublik Deutschland zu einem Kampfbegriff werden.

31.03.1931

Ein neues Berlin-Gesetz tritt in Kraft, das die Stellung des Oberbürgermeisters als Oberhaupt der Exekutive stärkt und erhebt ihn zum »Führer der Verwaltung«.

05.06.1931

Erlaß der Zweiten Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen.

04.07.1931

Bei den Reichstagswahlen in Deutschland werden 577 Abgeordnete gewählt. 143 Sitze entfielen auf die Sozialdemokraten, 107 auf die Nationalsozialisten, 77 auf die Kommunisten und 68 auf die Zentrumspartei. Der Rest auf kleinere Parteien.

09.-10.07.1931

Erfolglose Kreditverhandlungen des Reichsbankpräsidenten Luther mit dem Ausland.

13.07.1931

Ausbruch der Banken- und Finanzkatastrophe in Deutschland.

20.07.1931

Beginn der Londoner Sechs-Mächte-Konferenz über die prekäre Wirtschaftslage in Deutschland. Es wird am 23. Juli 1931 ein von der US-Seite verfasste Stillstandsübereinkommen vereinbart.

   

05.09.1931

Rechtsgutachten des ständigen Internationalen Gerichtshofs zum Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion (Schober-Curtius-Plan).

06.10.1931

Erlaß der Dritten Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen.

   

08.12.1931

Erlaß der Vierten Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutz des inneren Friedens.

 

   
   

02.02.1932

Beginn der internationalen Abrüstungskonferenz in Genf.

10.04.1932

Paul von Hindenburg wird als Reichspräsident für weitere 7 Jahre wiedergewählt, diesmal als Kandidat der SPD und der demokratischen Parteien gegen Hitler, den Kandidaten der deutschnationalen Parteien, und den kommunistischen Anwärter Ernst Thälmann; Kurt Schumacher (SPD) hält im Reichstag eine Rede gegen die Nazis, die ihn später für zehn Jahre ins Konzentrationslager bringen.

(Koalition mit 19,4 Mill. Stimmen im 2. Wahlgang; 13,4 für Hitler; 3,7 für Thälmann)

30.05.1932

01.06.1932

 

04.06.1932

Nach einer Vertrauenskrise wird Brüning vom Reichspräsidenten entlassen und der rechtskonservative Zentrums-Abgeordnete Franz von Papen mit dem Amt des Reichskanzlers ohne Reichstagsmehrheit betraut.

 

Reichstags-Auflösung

15.07.1932

Lausanner Protokoll – endgültige Regelung der Reparationen Deutschlands, Erneuerung des Anschlussverbotes Österreichs an Deutschland.

Österreich erhält eine zweite Anleihe des Völkerbundes.

20.07.1932

 

25.10.1932

Absetzung der geschäftsführenden preußischen Regierung und Einsetzung des Reichskanzlers von Papen als Reichskommissar für Preußen.(„Preußenschlag“)

Entscheidung des Staatsgerichtshofs zum „Preußenschlag“

25.07.1932

Polen und die Sowjetunion schließen einen Nichtangriffspakt.

13.08.1932

Reichspräsident Hindenburg lehnt die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler ab.

1932 (Juli bis November)

Die Reichstagswahl bringt das bislang höchste Ergebnis für Hitlers NSDAP, die zur stärksten Partei wird: 230 Abgeordnete (31.07.1932 – 37,8%) - Hermann Göring als Vertreter der größten Fraktion wird Parlamentspräsident; Hitler fordert von Hindenburg den Regierungsauftrag, wird aber schroff abgewiesen; von Papen regiert ohne Reichstagsmehrheit weiter, doch erleidet er im September eine verheerende Niederlage in einer Vertrauensabstimmung, woraufhin der Präsident den Reichstag am 12.09.1932 auflöst, damit von Papen im Amt bleiben kann; von Papen versucht Hindenburg zu überreden, überhaupt nicht mehr neu wählen zu lassen, doch der Präsident lehnt den Verfassungsbruch ab.

Bei der Neuwahl im November verliert Hitler 4 Millionen Stimmen. Die NSDAP bleibt dennoch stärkste Partei mit 196 Abgeordneten

(06.11.1932 - 33,1%) im Reichstag.

Am 17.11.1932 tritt von Papen endgültig zurück..

03.12.32

Nach dem endgültigen Scheitern von Papens ernennt Hindenburg den parteilosen General Kurt von Schleicher zum Reichskanzler, der das Ziel verfolgt, den Nationalsozialisten durch ein massenhaftes Arbeitsbeschaffungsprogramm den Wind aus den Segeln zu nehmen oder sie zu spalten. Reichskanzler Schleicher war allerdings ohne Reichstagsmehrheit.

 

   
   

07.01.1933

Kölner Konferenz zwischen Hitler und Papen.

28.01.1933

Rücktritt des Kabinetts Schleicher.

30.01.1933

Hitlers "Machtergreifung": nachdem Hindenburg sich durch Franz von Papen und andere von der 'Gefährlichkeit' der Pläne Schleichers hat überzeugen lassen, verweigert er seinem Kanzler eine erneute Reichstags-Auflösung und entscheidet sich für die scheinbar letzte noch verbliebene Möglichkeit einer stabilen Regierungsbildung - er beruft ` Adolf Hitler zum Reichskanzler; Hitler bildet mit Franz von Papen als Vizekanzler ein Kabinett der "nationalen Einigung", dem zunächst außer dem Kanzler selber nur zwei Nationalsozialisten, Hermann Göring und Wilhelm Frick, außerdem mehrere Minister von der Deutsch-Nationalen Volkspartei (DNVP) und Parteilose angehören; verabredungsgemäß löst der Reichspräsident das Parlament auf, um einige von Hitler gewünschte Notverordnungen über die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich (siehe „Erstes Gleichschaltungsgesetz“ (RGBl. I 153) zu erlassen und den Weg für Neuwahlen freizumachen.

06.02.1933

Notverordnung über „geordnete Regierungsverhältnisse in Preußen“, Absetzung der preußischen Regierung

27.02.1933

28.02.1933

Reichstagsbrand in Berlin

(Not-) VO Hindenburgs „zum Schutz von Volk und Staat“ (siehe RGBl. I 83): Suspendierung von Grundrechten

20.03.1933

Nahe Dachau läßt der SS-Führer und bayerischer Polizeichef Himmler das erste "Konzentrationslager" einrichten, ein Freiluftgefängnis, das zunächst hauptsächlich für die vielen bereits verhafteten zur Verfügung stehen soll.

23.03.1933

 

24.03.1933

Der Reichstag verabschiedet geschlossen, mit Ausnahme der 94 anwesenden SPD-Abgeordneten, das "Ermächtigungsgesetz", mit dem sich das Parlament selbst entmachtet und der Regierung Hitler Gesetzgebungsvollmacht erteilt.

"Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" (siehe RGBl. I 141);

Verlängerungsgesetz vom 30.01.1937, vom 30.01.1939 und - unbegrenzt - durch Führererlaß vom 19.05.1943

01.04.1933

Beginn des offiziell angeordneten Boykotts jüdischer Geschäfte in Deutschland.

07.04.1933

Zweites („Gleichschaltungsgesetz“) Gesetz zur Gleichschaltung durch das „Reichstatthaltergesetz“ (RGBl. 1933 I 173)

Durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums können verfassungswidrig missliebige Personen und „nichtarische“ Beamte entlassen werden.

09.04.1933

Umbenennung der Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" in "National Christlicher Orden Friedrich der Große". Diese Umwandlung wird aber 1934 von den Machthabern nicht anerkannt.

seit Mai 1933

Liquidation sämtlicher Parteien außer der NSDAP: KPD und SPD werden verboten, die übrigen lösen sich - teilweise unter Zwang - selbst auf, die Neugründung von Parteien wird als "hochverräterisch" verboten (siehe 14.07.1933); die Gewerkschaften werden zur "Deutschen Arbeitsfront" (DAF, siehe Gesetz über Treuhänder der Arbeit vom 10.05.1933 (RGBl. 1933 I 285) zusammengefaßt (1934); der 1. Mai wird als "Tag der nationalen Arbeit" gesetzlicher Feiertag, womit Hitler eine langjährige Forderung der politischen Linken erfüllt.

14.07.1933

Gesetz gegen die Neubildung von Parteien (RGBl. 1933 I 479),

Gesetz über Volksabstimmungen (RGBl. 1933 I 479)

Gesetz über die Verhütung erbkranken Nachwuchses.

Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit.

 

20.07.1933

Reichskonkordat (siehe RGBl. 1933 II 679)

15.09.1933 ff.

Gründung der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands:

Die Chronik der Medizin fuehrt hierzu aus: "Mit der Gründung der 'Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands' gewinnen die Ärzte nach der Machtergreifung Adolf Hitlers erheblichen Einfluss. Kasseneigene Einrichtungen der medizinischen Versorgung müssen aufgelöst werden. Sie werden von der Ärzteschaft als Konkurrenzunternehmen eingestuft. ... Die nationalsozialistische Propaganda gegen die 'sozialistischen' Kassen kam dem Interesse der Ärzte entgegen und erklärt z.T., warum die Ärzte zu einem so hohen Prozentsatz mit dem Nationalsozialismus sympathisierten."

14.10.1933

Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund.

28.10.1933

Abschluss der Staatenkonferenz des Völkerbundes und Vereinbarung einer verbindlichen Konvention über einen internationalen Flüchtlingsstatus. Die Definition des Flüchtlings war noch sehr eingeschränkt nach den Arrangements vom 05.07.1922, 31.05.1924, 12.05.1926 und 30.06.1928 gefasst.

04.11.1933

Militärstrafgerichtsordnung für die Angehörigen der Wehrmacht eingeführt.

12.11.1933

Wahl des Einheits-Reichstages

01.12.1933

Die NSDAP wird per Gesetz zur Staatspartei (Ähnlichkeiten wird es danach auch geben) mit amtlichen Funktionen erklärt (siehe Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat RGBl. 1933 I 1016).

 

   
   

26.01.1934

Abschluss des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes. Von Hitler am 28.04.1939 einseitig gekündigt.

30.01.1934

Beginn der Schaffung des absoluten Zentralstaates unter Führung der Staatspartei durch Gesetz über den Neubau des Reiches (siehe RGBl. 1934 I 75), dazu 1. DVO vom 02.02.1943.

Abschaffung der Landeshoheiten durch die Zentralistischen Führung.

14.02.1934

Gesetz über die Aufhebung des Reichsrates.

16.02.1934

Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich unter Führung der Staatspartei (siehe RGBl.1934 I 747)

29.06.1934

Gesetz über die Verfassung der Hauptstadt Berlin: der Oberbürgermeister leitet nicht nur die Stadt als Ganzes, sondern über die Bezirksbürgermeister auch die Verwaltungsbezirke; Aufhebung des Magistrats als Kollegium.

1934 (Juni/Juli)

Der "Röhm-Putsch": um einem möglicherweise geplanten Putsch des sozialrevolutionären 'linken' Flügels der NSDAP unter Führung des SA-Chefs Ernst Röhm zuvorzukommen und um die führenden Reichswehr-Generäle hinsichtlich der Gefahr zu beruhigen, die vom Millionenheer bewaffneter SA-Männer ausgeht, läßt Hitler den Anführer Ernst Röhm, mehrere hundert weiterer SA-Mitglieder sowie einige andere politische Gegner verhaften und hinrichten; zu den Opfern gehören auch General von Schleicher und Hitlers Putschkamerad von 1923, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Gustav von Kahr; Reichswehr-Minister von Blomberg zeigt sich befriedigt darüber, daß die SA durch den Verlust ihrer wichtigsten Führer gezähmt ist und keine Rolle mehr spielen wird.

02.08.1934

Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

19.08.1934

Hitler übernimmt das Präsidentenamt zusätzlich und läßt sich in seiner Doppelfunktion als "Führer und Reichskanzler" titulieren und zusätzlich mit einer Volksabstimmung (89.9%) bestätigen – das ist die internationale rechtliche Absicherung der politischen Diktatur durch den Willen des deutschen Volkes! (siehe 01.08.1934 Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches RGBl.1934 I 747)

18.09.1934

Die Sowjetunion wird Mitglied im Völkerbund.

   
   

1935

Gründung einer Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde, "die auf dem Boden der Schulmedizin die erprobten Verfahren der Naturheilkunde ... in ihren Heilschatz aufnehmen sollte." ("Reichsärzteführer" Dr. Wagner, der diese RAG 1936 nach Erlaß der Reichsärzteordnung wieder auflöste und dafür ankündigte, über den Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund "die Gesamtärzteschaft mit dem neuen Gedankengut" vorwärts zu bringen).

13.01.1935

Das Saarland, seit dem Versailler Diktat unter französischer Verwaltung, kehrt zu Deutschland zurück, nachdem sich in einer Volksabstimmung über 90% der Saarländer dafür ausgesprochen haben und wird am 12.02.1935 an Deutschland wieder angegliedert.

Die abgehaltenen Volksabstimmung und die Verwendung einer internationalen aus Angehörigen von vier Nationengebildeten 3300 Mann starken Truppe, die unter der Autorität der Regierungskommission des Saargebietes und in Zusammenarbeit mit der Plebiszit-Kommission wirkte, gute Dienste zur Überwachung des Vorgangs leisten (siehe 18.12.1955).

Das ist die internationale rechtliche Absicherung der politischen Diktatur durch den Willen der Einwohner des Saarlandes!

30.01.1935

Abschaffung der relativen Autonomie der Gemeinden durch die „Deutsche Gemeindeordnung“ (siehe RGBl. 1935 I 49) – historischer Nachfolger des Einheitsstaates aus rechtlicher Sichtweise durch den Vergleich der Normen (siehe unter anderem 18.12.1934)

Im Zuge der „Deutschen Gemeindeordnung“ wurden alle noch existierenden „altrechtlichen“ Gemeindestiftungen aufgelöst.

16.03.1935

Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland durch das „Gesetz über den Aufbau der deutschen Wehrmacht“. Das Vereinigte Königreich protestiert am 18. März gegen dieses Gesetz, welches dem Versailler Friedensvertrag widerspricht.

 

Konferenz am 11.- 14.04.1935 zwischen Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich in Stresa. Es wird versucht eine gemeinsame Abwehrpolitik gegenüber Nazideutschland aufzubauen, nachdem Deutschland unter Bruch des Versailler Vertrags die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt hat.

28.03.1935

 

16.06.1935

Erklärung des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern, daß die altpreußischen Großlogen sich selbst aufzulösen haben.

 

Letzte Großlogenversammlung der preußischen Großlogen in Anwesenheit von Beamten der Geheimen Staatspolizei.

1935 (Mai)

Das erste fertiggestellte Teilstück der seit den 20er Jahren geplanten Reichsautobahn wird für den Verkehr eröffnet (Frankfurt – Darmstadt)

1935 (Juni)

Umbenennung der Reichswehr in "Wehrmacht"

18.06.1935

Abschluss des deutsch – britischen Flottenabkommens.

14.-15.07.1935

Auflösung der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Berlin, durch die Reichsbehörden und Selbstauflösung der Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" und ihrer Tochterlogen.

15.09.1935

Auf dem Reichsparteitag wird beschlossen, die schwarz-rot-goldene Flagge der Republik durch die kaiserlichen Farben schwarz-weiß-rot (mit Hakenkreuz) zu ersetzen; das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" (Nürnberger Gesetze RGBl. 1935 I 1146) verbietet Eheschließungen und sexuellen Verkehr zwischen Juden und Nichtjuden; das "Reichsbürger-Gesetz" (siehe RGBl. 1935 I 1146) schreibt einen "Arier-Nachweis" für staatliche Bedienstete vor und schließt die Juden von allen öffentlichen Stellungen und von der deutschen Staatsbürgerschaft aus.

14.11.1935

1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz und

1. Verordnung zum Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre.

 

   
   

1936

Auflösung der deutschen Ärzteorganisationen. Das Vermögen des Hartmannbundes wird der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands uebertragen. Die Nazis erzwingen den Austritt der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Bis zu Beginn des 2. Weltkrieges verlassen ca. 4/5 derPsychoanalytikerInnen Deutschland. Mit 'Zustimmung' Freuds wird das "Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie" gegründet.

1936 (Februar)

Bei einer Automobilausstellung verkündet Hitler seinen Willen, einen "Volkswagen" bauen zu lassen.

07.03.1936

Hitler kündigt den Locarno-Vertrag und läßt die Wehrmacht in das seit 1919 entmilitarisierte Rheinland einrücken; Völkerbund und Siegermächte protestieren, wagen es aber nicht, Sanktionen gegen Deutschland zu verhängen.

01.07.1936

Die skandinavischen Staaten der „Oslo-Gruppe“ erklären, daß sie sich nicht mehr an die vom Völkerbund beschlossenen Verpflichtungen gebunden fühlen.

11.07.1936

„Juli-Abkommen“ zwischen Nazideutschland und Österreich über die deutsch-österreichischen Beziehungen und das Prinzip der „Nichteinmischung“. Österreich muss sich zu einer engen Anlehnung an die deutsche Außenpolitik verpflichten.

17.07.1936

Beginn des Bürgerkrieges in Spanien. General Franco († 20.11.1975) steht an der Spitze des Militärputsches in Marokko. Der Bürgerkrieg endet am 01.04.1939 mit dem Sieg Francos. Die spanische Monarchie wird für 44 Jahre ausgesetzt.

Am 25.07.1936 fällt Deutschland die Entscheidung in den Bürgerkrieg in Spanien militärisch einzugreifen.

01.08.1936

Die Olympische Spiele in Berlin tragen für 16 Tage dem "neuen Deutschland" internationales Prestige ein. Eröffnung der Olympischen Spiele durch den "Führer".

02.09.1936

Offizielle Erklärung der nationalsozialistischen Machthaber, daß 11 Großlogen und 33 ähnliche Verbände aufgelöst sind.

Großlogen:

Die Große National-Mutterloge zu den drei Weltkugeln, Berlin;

die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Berlin;

Die große Loge von Preußen "Royal York zur Freundschaft", Berlin;

die Große Loge von Hamburg;

die Großloge "Zur Sonne", Bayreuth;

die Große Landesloge von Sachsen, Dresden;

die Großloge "Zur Eintracht", Darmstadt;

die große Mutterloge des Eklektischen Bundes, Frankfurt/Main;

die Großloge "Zur Bruderkette", Leipzig;

die "Symbolische Großloge von Deutschland", Berlin;

Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne.

 

25.10.1936

Die „Achse“ Berlin – Rom wird bekannt gegeben.

04.11.1936

Deutschland erklärt, an der Mitarbeit an der Internationalen Donaukommission nicht mehr beteiligt zu sein. Sie erkenne die im Versailler Vertrag enthaltenen Bestimmungen bezüglich der Wasserstraßen in Deutschland nicht mehr an. Die Vertragsstaaten der internationalen Donaukommission protestieren gegen diese Entscheidung.

25.11.1936

"Antikommintern-Pakt": deutsch-japanisches Bündnis gegen die kommunistische Internationale.

01.12.1936

Berlin wird Stadtkreis und zugleich Provinzialverband; Umwandlung des Staatskommissars in den Stadtpräsidenten und Zusammenlegung von dessen Amt mit dem des Oberbürgermeisters.

05.12.1936

In der UdSSR tritt die neue Verfassung in Kraft.

   
   

1937

Trennung von HGB und Aktienrecht (AktG; GmbHG seit 1892)

10.01.1937

Nach München - Salzburg und anderen Teilstrecken wird nun auch der wichtige Autobahnabschnitt Berlin - Hannover für den Verkehr freigegeben; durch Großprojekte wie den Autobahnbau und die Wiederaufrüstung ist die Arbeitslosigkeit praktisch auf Null gesunken.

26.01.1937

Deutsches Beamtengesetz

30.01.1937

Hitler will diejenigen Minister, die noch nicht Parteimitglieder sind, in die NSDAP aufnehmen; Post- und Verkehrsminister Rübenbach bekundet, er habe nicht die Absicht, in die Partei einzutreten.

05.05.1937

Stapellauf des Kreuzfahrtschiffs "Wilhelm Gustloff", das die Organisation "Kraft durch Freude" (die Freizeit-Abteilung der Deutschen Arbeitsfront, siehe oben) hat bauen lassen, um einfachen Arbeitern und Angestellten Schiffsreisen zu ermöglichen.

18.05.1937

Himmler als Polizeichef verbietet per Erlaß, im betrunkenen Zustand Auto zu fahren; darüber hinaus ist es Parteimitgliedern (aber nur diesen!) verboten, schneller als 100 km/h zu fahren - damit sollen Benzin und Reifen gespart werden.

1937

(September)

Staatsbesuch des italienischen Regierungschefs Mussolini in Deutschland; seit 1935 bestehen intensivere politische Beziehungen zwischen dem deutschen Diktator und seinem faschistischen Vorbild; beiden unterstützen 1936 im spanischen Bürgerkrieg den Putsch-General Francisco Franco, der Spanien bis 1975 diktatorisch regieren wird.

28.11.1937

Die "Fonjallaz-Initiative" zum Verbot der Freimaurerei sowie ähnlicher Bünde und Vereinigungen in der Schweizer Verfassung wird vom Schweizer Volk mit 68 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

 

   
   

1938

Auflösung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft

04.02.1938

Unter dem Vorwand einer "unstandesgemäßen" Eheschließung Blombergs entläßt Hitler seinen Reichswehr-Minister und übernimmt selber das Oberkommando der Wehrmacht.

12.02.1938

Berchtesgadener Abkommen zwischen Hitler und dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg – der Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart wird in Österreich Innenminister. Die für am 12. März geplante Volksabstimmung über die Erhaltung der österreichischen Unabhängigkeit muss aufgegeben werden.

11.03.1938

14.03.1938

Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich:

Um zu verhindern, daß der österreichische Kanzler Schuschnigg die Eigenstaatlichkeit des Landes durch eine Volksbefragung zementiert, richtet sein Innenminister Seyß-Inquart ein Telegramm an Hitler, in dem er um die Entsendung deutscher Truppen bittet.

Dadurch wird Art 80 des Versailler Friedensvertrages und Art 88 des Friedensvertrags von St. Germainen-Laye verletzt. Das Vereinigte Königreich protestiert gegen diese Maßnahme.

Gegen diesen Anschluß (Wiedervereinigung) Österreichs an das Deutsche Reich erheben China, Chile, Spanien, Mexiko und die UdSSR bedenken mit einem schriftlichen Protest beim Völkerbund.

Am 21. März 1938 marschieren deutsche Soldaten unter dem Jubel der Einwohner in Österreich ein. Seyß-Inquart bildet eine nationalsozialistische Regierung und vollzieht den Anschluß an das Deutsche Reich.

Hitler ist selber gebürtiger Österreicher.

01.04.1938

Veränderung eines Teils der seit 1920 zwischen den Berliner Verwaltungsbezirken bestehenden Grenzen.

10.04.1938

Bei der Abstimmung in Österreich und DR über einen Anschluß (Wiedervereinigung) an das Deutsche Reich stimmen angeblich 99,75% der Stimmberechtigten dafür.

[Das ist die internationale rechtliche Absicherung der politischen Diktatur Hitlers über die Östereicher.]

 

14.04.1938

Mit dem „Ostmark-Gesetz“ werden die österreichischen Landtage und die Bundesländer aufgelöst und sieben Reichsgaue gebildet.

24.04.1938

Die Sudetendeutsche Partei fordert für das Sudetenland einen Autonomiestatus.

20.05.1938

Truppenmobilmachung in der Tschechoslowakei.

27.05.1938

Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden geben gemeinsam eine Erklärung über das für sie zukünftig anzuwendende Neutralitätsrecht ab. Damit wollen diese fünf Staaten verhindern, in einen sich abzeichnenden Konflikt zwischen Deutschland und anderen Staaten hineingezogen zu werden. Einzig Schweden kann jedoch seine Neutralität in Folge tatsächlich aufrecht erhalten.

06.06.1938

In Evion (Frankreich) treffen sich auf Initiative des US-Präsidenten Roosevelt die Vertreter von 32 Staaten und 39 private Organisationen um gemeinsam das Flüchtlingsproblem zu diskutieren. Es wird das Intergouvermental Committee on Refugees (ICR) gegründet.

17.08.1938

2. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen.

Ab 01.01.1939 müssen alle jüdischen Bürger den zusätzlichen Zwangsnamen Israel bzw. Sara führen.

15.09.1938

Der britische Premierminister Chamberlain trifft mit Hitler in Berchtesgaden zusammen um die „Sudetenkrise“ ohne weiteres Blutvergießen zu lösen.

29.09.1938

Konferenz von München (Hitler, Mussolini, Chamberlain, Daladier): deutsch-englischen Nichtangriffspakt, Anerkennung der deutsch-französischen Grenze, um die Expansionspolitik Hitlers aufzuhalten.

Es wird das Abkommen (Münchner Abkommen) geschlossen.

Räumung der Sudetendeutschen Gebiete von der CSSR vom 01. bis zum 10.12.1938 und sind an Deutschland zu übergeben.

Die CSSR tritt dem Abkommen am 30.09.1938 bei.

01.10.1938

Die Wehrmacht rückt in das Sudetenland ein, Hitler wird von Konrad Henlein, dem Chef der sudetendeutschen Partei, in Eger als "Befreier" begrüßt, nachdem die deutsche Minderheit im tschechischen Staat jahrelang benachteiligt und drangsaliert worden ist.

09.-11.11.1938

"Reichskristallnacht": ein polnischer Jude erschießt in Paris den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath, um auf die unheilvolle Situation der Juden in Deutschland und Polen aufmerksam zu machen; Propagandaminister Joseph Goebbels nutzt den Vorfall, indem er SA-Leute und Parteimitglieder planmäßig Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen verüben läßt: Synagogen werden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, jüdische Bürger verprügelt und ermordet, über 20.000 verhaftet und in Konzentrationslager gesteckt; die Geschädigten werden, soweit versichert, zunächst für materielle Verluste entschädigt, dann aber zur Zahlung einer kollektiven "Strafe" in Höhe von 1 Milliarde Mark verpflichtet; im Gefolge der Ausschreitungen werden die als "Untermenschen" diffamierten Juden mehr und mehr aus der Wirtschaft, dem Kulturleben und der Wissenschaft herausgedrängt.

12.11.1938

Verordnung über die „Sühneleistung“ der deutschen jüdischen Bürger in Höhe von 1 Mrd. Reichsmark.

Verordnung über die Zwangsschließung aller jüdischen Geschäfte und andere Maßnahmen zur Ausschaltung der Juden aus der deutschen Wirtschaft.

06.12.1938

Deutschland und Frankreich schließen einen Nichtangriffspakt.

   
   

1939

Heilpraktikergesetz tritt in Kraft.

1939 (Januar)

Ungarn schließt sich dem antikommunistischen Pakt Deutschlands, Italiens und Japans an.

13.03.1939 -

16.03.1939

Die "Zerschlagung der Rest-Tschechei": am 14. März erklärt die Slowakei ihre Unabhängigkeit von der Tschechei; dadurch geschwächt und von Hitler im persönlichen Gespräch unter Druck gesetzt, unterschreibt der tschechische Präsident Hacha einen Vertrag über die Schaffung des "Reichsprotektorats Böhmen und Mähren"; deutsche Truppen nehmen die Tschechei in Besitz, der slowakische Diktator Tiso stellt sein Land "unter den Schutz des Reiches"

21.03.1939

Hitler fordert von Polen einen exterritorialen Korridor nach Ostpreußen und die Integration Danzig ins Deutsche Reich.

23.03.1939

Durch ein Abkommen mit Litauen gewinnt Deutschland das im ersten Weltkrieg verlorene Memelgebiet zurück.

26.03.1939

Der Nichtangriffsvertrag mit Polen wird von deutscher Seite gekündigt.

31.03.1939

Premierminister Chamberlain, empört über die deutsche Verletzung des Münchner Abkommens, beendet seine Appeasement-Politik gegenüber Hitler und gibt der polnischen Regierung eine Garantieerklärung ab für den Fall, daß Polen von Deutschland angegriffen werden sollte; Frankreich schließt sich dieser Erklärung an.

03.04.1939

Beginn der Vorarbeiten des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht für den Angriff gegen Polen (Fall Weiß)

17.05.1939

In einem Weißbuch kündigt die Regierung des Vereinigten Königreichs an, dass die Einwanderung in Palästina seit 27.07.1922 und die Landverkäufe an Juden zukünftig beschränkt werde.

23.08.1939

"Hitler-Stalin-Pakt": der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und sein sowjetischer Amtskollege Molotow unterzeichnen, für alle Welt überraschend, einen Nichtangriffvertrag;

in einem geheimen Zusatzprotokoll werden die künftigen Interessengebiete zwischen Deutschland und der Sowjetunion vereibart, wie diese die Sowjetunion den GB, USA , Frankreich vorher verhandelt jedoch nicht zu Abschluß gekommen sind. (Verhandlungsgegenstand: Finnland,und die Baltischen Staaten)

01.09.1939

ohne Kriegserklärung Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen

Gesetz über die Wiedervereinigung der Freien Stadt Danzig mit dem Deutschen Reich (siehe RGBl. 1939 I, S. 1547)

02.09.1939

Generalmobilmachung in der Schweiz. Bereits am 30. August wurde Henry Guisan vom schweizerischen Parlament zum General der Armee bestellt.

03.09.1939

 

1939 ff.

Kriegserklärung Englands und Frankreichs an Deutschland

 

Nach dem Trading with the Enemy Act 1939 ist ein certificate eines Secretary of State (in aller Regel der Außenminister) darüber, ob sich ein bestimmtes Gebiet unter der Souveränität oder Besetzung eines mit der Krone in Krieg stehenden Staates befand oder befindet, für englische Gerichte bindend (Sect 15).

Die Krone allein bestimmt über die Frage, ob Großbritannien sich im Kriegszustand befindet; diese Ausübung der Prärogative- ist nicht justitiabel.

(siehe Esposito v. Bowden, (1857) El. & B1. 763, 793).

 

17.09.1939

Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen

Die polnische Regierung verlässt Polen und wird in Rumänien interniert

 

28.09.1939

Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und der UdSSR. Dadurch werden die neuen Grenzen anhand der militärischen Entwicklung zwischen den beiden Interessenspähren in Polen festgelegt. In einem geheimen Zusatzprotokoll werden die Interessen an Litauen (UdSSR) und Warschau (Deutschland) festgelegt.

 Estland, Lettland und Litauen müssen Stützpunkte der sowjetischen Armee auf ihren Territorien einräumen.

 

30.11.1939

Russische Truppen besetzen Finnland. Friedensschluss am 12. März 1940 in Moskau unter Abtretung von finnischem Staatsgebiet und Einräumung von Stützpunkten an die Sowjetunion am 27.06.1941.

14.12.1939

Russland wird wegen des Angriffs gegen Finnland aus dem Völkerbund ausgeschlossen.

   
   

01.04.1940

Beginn der Massenexekutionen an polnischen Offizieren (u.a. bei Katyn) durch die Sowjetunion (bis zum 19. Mai).

09.04.1940

Um einem Festsetzen der Briten an der norwegischen Küste zuvorzukommen und die von der deutschen Rüstungsindustrie benötigten Erzlieferungen aus Schweden zu sichern, besetzen deutsche Soldaten im Handstreich Dänemark und Norwegen; Dänemark ergibt sich kampflos und behält seine eigene Regierung, die norwegische Regierung flieht nach London und wird durch einen deutschen "Reichskommissar" ersetzt, der mit dem Anführer der norwegischen Faschisten-Partei zusammenarbeitet.

10.05.1940

Beginn des Angriffs im Westen: unter Verletzung der Neutralität beider Länder marschieren deutsche Truppen durch die Niederlande und Belgien (Kapitulation am 15. bzw. 28. Mai), um zur französischen Ärmelkanal-Küste vorzustoßen und Dünkirchen einzunehmen, wo sich mehrere hunderttausend britische Expeditionssoldaten aufhalten; im zweiten Abschnitt des Frankreich-Feldzuges wird die einst so gefürchtete "Maginot-Linie" von hinten aufgerollt, indem die deutschen Panzer vom Norden und Westen her auf Paris zurollen, das am 14. Juni nahezu kampflos besetzt wird; der greise französische Marschall Pétain bittet um Waffenstillstand, der größte Teil Frankreichs wird von der Wehrmacht besetzt, für den unbesetzten Teil bildet Pétain eine Regierung von Hitlers Gnaden mit Sitz in Vichy; nachdem Polen, Westskandinavien und Frankreich erobert sind, Schweden und die Schweiz Neutralität wahren und die meisten Länder Süd- und Südosteuropas mit Hitler verbündet sind, befindet sich allein noch Großbritannien im Krieg mit dem Deutschen Reich; Hitler steht im Zenit des Erfolgs und wähnt sich als genialer Feldherr.

14.05.1940

Winston Churchill wird britischer Premierminister. Deutsche Luftangriffe auf Rotterdam: mehr als 900 Tote, 80000 Obdachlose

01.05.1940

Kapitulation Hollands, Belgiens und Norwegens

18.06.1940

Gründung einer franz. Exilregierung in London durch De Gaulle („Nationalkomitee der Freien Franzosen“)

22.06.1940

Waffenstillstands zwischen Deutschland und Frankreich in Compigne

1940 (Juli)

Beginn des Luftkriegs gegen England unter der Leitung des Luftwaffenchefs und Reichsmarschalls Hermann Göring; ein Friedens- und Verhandlungsangebot Hitlers lehnt die englische Regierung am 22. Juli ab, und so werden die Luftangriffe zunächst verschärft mit dem Ziel, eine Landung deutscher Truppen in Großbritannien vorzubereiten; wegen zu hoher Verluste wird das Landungsunternehmen aber schon im September aufgegeben; es gelingt den deutschen Fliegern nicht, die Lufthoheit zu gewinnen; der neue britische Premierminister Winston Churchill wird zu Hitlers erbittertestem und letztlich unbesiegbaren Gegner.

27.09.1940

Abschluss des Drei-Mächte-Paktes Deutschland-Italien-Japan.

16.10.1940

Errichtung des Warschauer Ghettos.

14./15.11.40

Deutscher Luftangriff auf Coventry/England: 554 Tote, 865 Schwerverletzte

25.11.1940

Die Sowjetunion lehnt einen Beitritt zum Dreimächtepakt ab.

   
   

1941

Diplom Prüfungsordnung wird für die Psychologie erlassen

01.03.1941

Bulgarien tritt dem Dreimächtepakt (Deutschland, Italien, Japan) bei. Deutsche Truppen marschieren am 02.03.1941 in Bulgarien ein.

07.03.1941

Einführung der Zwangsarbeit für alle deutschen jüdischen Bürger.

1941 (März/April)

Ausweitung des Krieges durch Angriff deutscher Truppen auf Jugoslawien und Landung in Libyen, nachdem Mussolini schon im Oktober 1940 gegen Griechenland losgeschlagen hat.

Die jugoslawische Armee kapituliert am 17. April.

Proklamation des, von deutschen und italienischen Truppen besetzten, unabhängigen Staates Kroatien (Ustascha-Staat).

10.05.1941

Rudolf Heß, als Hitlers Stellvertreter und neben Göring designierter Nachfolger des "Führers" der dritte Mann im nationalsozialistischen Staat, fliegt allein und sehr wahrscheinlich ohne Wissen Hitlers nach Großbritannien; bis heute ist nicht geklärt, was seine Absichten waren und wer in Deutschland darin eingeweiht war; Heß wird bis Kriegsende eingesperrt.

22.06.1941

Deutschland bricht den Nichtangriffspakt und überfällt die Sowjetunion.

"Unternehmen Barbarossa": deutscher Überraschungsangriff auf die Sowjetunion; Anfang September wird Leningrad eingeschlossen, Ende des Monats Kiew erobert und eine Großoffensive gegen Moskau begonnen, die aber bald zuerst im Schlamm, dann in der extremen Kälte des einsetzenden Winters stecken bleibt; Sinn des Rußlandfeldzugs sollte es sein, die Sowjetunion als möglichen Bündnispartner Englands auszuschalten; der Diktator Stalin ruft das sowjetische Volk zum "großen vaterländischen Krieg" auf, und bereits ab November erfolgen Gegenoffensiven der Roten Armee an mehreren Frontabschnitten; das Kriegsgeschehen in Rußland ist besonders grausam, indem es sich vielfach auch gegen die Zivilbevölkerung richtet, und erstmals finden Massendeportationen polnischer und russischer Juden und Vergasungen in den deutschen Konzentrationslagern im Generalgouvernement Polen statt; seit dem 1. September müssen die Juden in Deutschland und den besetzten Gebieten einen gelben "Judenstern" tragen.

14.08.1941

Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill unterzeichnen Atlantik-Charta: gemeinsame Grundsätze für die Nachkriegspolitik ihrer Länder, u.a. keine territorialen Veränderungen ohne Zustimmung der betroffenen Einwohner, Recht aller Völker auf Wahl ihrer Regierungsform, Freiheit der Meere (gilt nicht für Deutschland, Japan, Italien).

25.08.1941

Truppen der Sowjetunion und des Vereinigten Königreichs beginnen den Iran zu besetzen.

15.09.1941

Durch das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ werden nunmehr alle jüdischen Bewohner des Großdeutschen Reiches gezwungen einen gelben Davidstern auf der Kleidung offen sichtbar zu tragen.

07.12.1941

Japanischer Überfall auf den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor/Hawaii

08.12.1941

Kriegserklärung der USA an Japan, Kriegserklärung Deutschland an die USA (11.12.1941)

16.-22.12.41

Außenminister Eden in Moskau

25.12.1941

Winston Churchill fordert in einer Rede vor dem US-amerikanischen Kongress eine Friedensallianz zwischen Europa und Amerika zu installieren.

Dies kann als Geburtsstunde der NATO gesehen werden.

 

   
   

20.01.1942

Die Berliner "Wannsee-Konferenz": vor SS-Gruppenführern und Vertretern verschiedener Ministerien erläutert Reinhard Heydrich, die 'rechte Hand' des SS-Führers Heinrich Himmler, seinen Plan zur sogenannten "Endlösung der Judenfrage": alle Länder im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich sollten systematisch von den Juden "gesäubert", diese nun nicht mehr wie ursprünglich geplant nach Madagaskar, sondern nach Osteuropa deportiert, dort in Ghettos und Lagern "konzentriert" und zunächst als Arbeitskräfte ausgebeutet, letztendlich aber getötet werden;

Es gibt keinen direkten Beweis für einen Befehl von "oben", doch ist mit Sicherheit davon auszugehen, daß die Anweisung zur Ausrottung der Juden über Hermann Göring auf Hitler persönlich zurückzuführen ist, da Heydrichs Pläne den von Hitler in "Mein Kampf" geäußerten Absichten vollkommen entsprechen; um den beabsichtigten Völkermord weitestmöglich vor den deutschen Einwohnern zu verheimlichen, werden alle regelrechten Vernichtungslager (Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor, Belzec) im Süden und Osten Polens angelegt und von speziell ausgewählten SS-Einheiten geführt.

29.01.1942

Bündnisvertrag zwischen dem Iran, der Sowjetunion und dem Vereinigten Königreich.

05.04.1942

Die „Federal Union“, eine der wichtigsten Vertreterinnen des europäischen Gedankens im Vereinigten Königreich, fordert in einer Erklärung eine Europäische Union

27.05.1942

Ermordung von Reinhard Heydrich, der neben seiner SS-Funktion auch stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ist, durch einen tschechischen Nationalisten; es folgen Racheaktionen der SS.

30.05.1942

Erster großer Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf eine deutsche Stadt; betroffen ist Köln, fast alle großen deutschen Städeutschene werden in den nächsten drei Kriegsjahren folgen.

31.05.1942

Die deutsche Opposition verkündet durch Hans Schönfeld (u.a. Direktor des Weltkirchenrates) eine Erklärung zu Europa und Deutschland und fordert unter anderem die Bildung eines „europäischen Staatenbundes freier Nationen“.

21.10.1942

Churchill veröffentlicht in einem Brief an Eden ein Memorandum in dem er als einziges Mittel gegen die Unterwerfung der Kultur und zur Erhaltung der Unabhängigkeit der europäischen Staaten vor der „russischen Barbarei“ die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ fordert.

27.12.1942

Unter Kontrolle Deutschlands bildet General Wlassow das „Russische Nationalkomitee“ und die “Russische Befreiungsarmee“.

   
   

14. -25.01.1943

Konferenz von Casablanca: Roosevelt proklamiert im Einvernehmen mit Churchill die „Bedingungslose Kapitulation“ Deutschlands, Italiens und Japans.

02.02.1943

Die 6. deutsche Armee kapituliert in der südrussische Stadt Stalingrad. Die Schlacht um die Stalingrad, die Hitler um jeden Preis erobert und gehalten sehen will, wird zum Symbol für die Wende des Krieges: nach zunächst erfolgreichem Angriff werden die deutschen und verbündeten rumänischen Verbände unter General Paulus von Stalins Truppen eingeschlossen und müssen sich, zwei Monate lang bei eisigem Winter unter riesigen Verlusten verzweifelt auf Unterstützung wartend, Anfang Februar 1943 hungernd und völlig erschöpft ergeben.

90.000 Soldaten gehen in russische Gefangenschaft, nur 6.000 von ihnen werden bis 1955 nach und nach zurückkehren; deutsche Truppen befinden sich seither fast überall in Rußland auf dem Rückzug.

 

18.02.1943

Goebbels fordert im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“.

19./22.02.1943

Die Geschwister Scholl und andere Mitglieder der Münchner Studenten-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" werden verhaftet und hingerichtet.

21.03.1943

Churchill schlägt auf dem fünften Paneuropa-Kongress in New York einen europäischen Staatenbund unter britischer Führung vor.

1943 (März)

Kapitulation des deutschen Afrika-Korps, das Hitler unter dem Befehl des Feldmarschalls Rommel zur Verstärkung der wankenden italienischen Truppen gegen die britische Afrika-Armee geschickt hatte.

19.04.1943

Beginn eines bewaffneten Aufstands gegen die deutschen Besatzungstruppen im jüdischen Warschauer Ghetto.

1943 (Juli)

Sturz der faschistischen Regierung Mussolinis; auf Befehl Hitlers wird der "Duce" von deutschen Soldaten aus Partisanenhand wieder befreit; deutsche Truppen besetzen Italien, um die alliierten Invasionen in Süditalien abzuwehren.

24.09.1943

Spätere Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zum erstenmal auf einer Karte des britischen Ausschusses für Nachkriegsplanung als „Zonengrenze“ gezogen, weitere Beratungen der Alliierten auf der Basis dieses Memorandums.

18. -30.10.1943

1. Außenministerkonferenz der »Anti-Hitler-Koalition« (USA, GB, Sowjetunion) in Moskau. Verabschiedung eines amerikanischen Grundsatzprogramms zur Nachkriegsbehandlung Deutschlands: u.a. vollständige Besetzung, Entmilitarisierung, Zerstörung der Rüstungsindustrie, Entnazifizierung, Bestrafung der Kriegsverbrecher, Wiedergutmachung und Demokratisierung. Einsetzung eines besonderen Ausschusses zur Ausarbeitung eines entsprechenden Programms („Europäische Beratende Kommission“ (EAC) mit Sitz in London.

28.11.1943

01.12.1943

Konferenz der „Großen Drei“ in Teheran. Akzeptanz der „Curzon-Linie“ als polnischen Ostgrenze, prinzipielle Einigung auf „Westverlagerung Polens“; Roosevelt schlägt Aufteilung Deutschland und die Abtrennung Preußens in 5 Staaten und drei internationale Zonen vor; Churchill plädiert für Angliederung deutschen. Südstaaten an Österreich/Ungarn (Donaubund), um Deutschland und Preußens für alle Zeiten zu zerschlagen (Foreign Office gegen Zerstückelung), kein sowjetischer Deutschlandplan (Stalin schlug 1941 Zerstückelung vor); R. und Ch. sagen Stalin zur Entlastung der Roten Armee definitiv Invasion der Westalliierten in Frankreich zu („zweite Front“: Ch. hätte Oberitalien vorgezogen, um vor Sowjets in Zentraleuropa zu sein, kann sich aber nicht gegen R. u. Stalin Durchsetzen).

12.12.1943

Freundschafts- und Beistandsvertrag zwischen der UdSSR und der Tschechoslowakei, am 27.11.1963 und 06.05.1970 erneuert.

 

   
   

15.01.1944

Die britische Delegation legt in der Europäischen Beratenden Kommission einen Plan zur Aufteilung Deutschlands in drei Zonen vor.

18.02.1944

SU und USA stimmen dem Plan prinzipiell (Sowjets verwahren sich aber gegen „gemischte“ Zonenverwaltung!), Ostzone größer als ursprünglich von Sowjets erhofft

06.06.1944

Invasion der Westalliierten in der Normandie

20.07.1944

Misslungenes Attentat auf Hitler

21.07.1944

Gründung des Lubliner Komitees in Polen

22.07.1944

Die USA und das Vereinigte Königreich verhandeln in Bretton Wood über einen internationalen Währungsfonds, eine Weltbank und eine Welthandlesorganisation (Beginn am 1. Juli). Gilt als Gründungstag der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development – Weltbank) und des Internationalen Währungsfonds (IMF – international Monetary Fund). Sitz in Washington.

01.08.-02.10.44

Warschauer Aufstand der polnischen Heimatarmee. Er endet mit der polnischen Niederlage.

Sommer

Befreiung von Paris (25.08.), Brüssel (03.09.), Antwerpen (04.09.), Luxemburg (10.09)

21.08.1944

Beginn der Ausarbeitung des Rohentwurfs der Satzung der Vereinten Nationen (bis 07. Oktober).

05.09.1944

Gründung der BENELUX Wirtschaftsunion in London.

Am 01.01.1948 in Kraft getreten.

09.09.1944

Gründung einer Provisorische Regierung Frankreichs unter de Gaulle.

11.-19.9.44

Roosevelt und Churchill paraphieren in Quebec den Morgenthau-Plan: Zerstückelung und Entindustrialisierung Deutschland.(R.: alle deutschen. sind Nazis und müssen bestraft werden, Ch.: Ausschaltung v. deutschen. Industriekonkurrenz), nehmen wenig später ihre Zustimmung zurück (USA: öffentlicher Widerstand/Wahlen, Auseinandersetzung lähmt konstruktive Deutschland Planung über Monate); endgültige Einigung über Zonenzuteilung: USA Süddeutschenld., GB NW-Deutschland (Bremen und Bremerhaven amerikanische Enklave).

11.09.1944

Westalliierte Truppen überschreiten die Reichsgrenze bei Roetgen.

12.09./14.11.44

EAC beschließt die Aufteilung Deutschlands in Zonen und Großberlins in Sektoren und die Errichtung eines Kontrollsystems (Alliierter Kontrollrat).

09. -18.10.44

Churchill in Moskau: „Prozentabkommen“ über Balkan mit Stalin des Sowjet Einflusses:

90% in Rumänien,

10% in Griechenland,

50%in Yugosl. und Ungarn,

75% in Bulgarien

 

21.10.1944

Kapitulation von Aachen

07.11.1944

Dritte Wiederwahl Roosevelts, Harry S. Truman Vizepräsident.

14.11.1944

Die Westalliierten verbieten Presse und Rundfunk in den besetzten Gebieten.

16.12.1944

30.12.1944

Letzte deutsche Offensive in den Ardennen.

 

31.12.1944

Das Lubliner Komitee erkärt sich zur „Provisorischen Regierung“ Polens, Anerkennung von UdSSR.

 

   
   

1945

Ende der Finsternis:

Von 80.000 Freimaurern von vor 1933 finden kaum 5000 wieder zusammen.

Die Große Loge von Hamburg nimmt unter Großmeister Hintze - zunächst noch ohne Genehmigung der Britischen Militärbehörde - die Arbeit wieder auf.

12.01.1945

Großoffensive der Roten Armee

24.01.1945

Erstmaliges Erscheinen der „Aachener Nachrichten“: Erste deutsche Zeitung für das besetzte Deutschland.

26.01.1945

Ostpreußen wird von allen Landverbindungen abgeschnitten.

27.01.1945

Das Konzentrationslager Auschwitz wird von den sowjetischen Truppen befreit.

30.01.1945

Die Rote Armee erreicht die Oder.

04.-11.02.1945

Konferenz der »Großen Drei« in Jalta/Krim.

Frankreich wird vierte. Besatzungsmacht, Stalin setzt durch, daß Frankreich keine Anteile aus sowjetischen Zone zugeteilt werden;obwohl Rote Armee noch nicht an der Elbe angelangt ist. Keine Entscheidung über die polnische Westgrenze: Ch. lehnt Oder-Neiße Linie ab, R. hält aus Rücksicht auf die SU Entscheidung offen bis zu „Friedenskonferenz“: (R. glaubt an neue Weltordnung mit USA, GB, FR, SU und China als friedenserhaltende „Weltpolizisten; “Traditionalisten“ werfen R. „appeasement“ Politik vor; Aufteilung Ost- und Mitteleuropas u. Deutschlands. durch militärische Entwicklung jedoch inzwischen Realität (Steininger: „Teilung begann mit Hitler-Stalin-Pakt 1939 u. Angriff Hitlers auf SU, der der SU den Weg nach Mitteleuropa öffnete“), Einsetzung eines Ausschusses zur „Zerstückelung Deutschlands“, an der auch Briten inzwischen wenig Interesses haben. Roosevelt erkennt 20 Mrd. Dollar Kriegsentschädigung lediglich als „Diskussionsgrundlage“ an (Ch. dagegen); Gemeinsame Erklärung über die befreiten Länder Europas: allen Staaten sollen demokratische Einrichtungen nach eigener Wahl ermöglicht werden: In Polen soll (l. Londoner) Exilregierung an Regierung beteiligt und freie Wahlen abgehalten werden („unfreie“ Wahl erfolgt aber erst nach 2 Jahren)); St. willigt ein 3 Monate nach Kriegsende in EU in den Krieg gegen Japan einzutreten (dafür Anerkennung der Mongolischen Volksrepublik, die Russland 1904/1905 an Japan verloren hatte); Einigung über Stimmen in der UN (ursprünglich wollte SU 16 Stimmen, erhält drei (Ukraine, Weißrussland und SU), setzt Vetorecht im Sicherheitsrat durch).

13. /14.02.1945

Luftangriff britischer und US-amerikanischer Verbände auf das mit Flüchtlingen überfüllte Dresden.

Mindestens 35000 Tote.

01.03.1945

Die Türkei erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.

22.03.1945

Sowjet. Delegierter im „Dismemberment Committee“spricht sich gegen Zerstückelung Deutschlands. aus (Roosevelt hatte in Jalta angekündigt nach 2 Jahren aus Europa abzuziehen), bestätigt durch Stalin am 9. Mai in Moskau in seiner „Ansprache an das sowjetische Volk“ nach der Kapitulation Deutschlands.

07.03.1945

Den Amerikanern fällt bei Remagen die einzige intakte Rheinbrücke in die Hände.

1945

(März/April)

Gründung Antifaschistischer Aktionsausschüsse (Antifas) in zahlreichen Städten.

 

07.04.1945

Erstes Kontrollabkommen der alliierten Mächte für Österreich. Alle zu erlassenden Gesetze und einzugehenden Staatsverträge bedürfen der einstimmigen Genehmigung der Alliierten. Es wird eine Alliierte Kommission gebildet.

Unter Führung von Karl Renner bildet sich eine provisorische Regierung in Österreich. Es wird die Unabhängigkeit Österreichs proklamiert und eine provisorische Staatsregierung eingesetzt.

11.04.1945

Das Konzentrationslager Buchenwald wird von amerikanischen Truppen befreit.

12.04.1945

Tod Roosevelts; Truman wird neuer US-Präsident

15.04.1945

Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch britische Truppen.

21.04.1945

Freundschafts- und Beistandsvertrag zwischen der UdSSR und Polen, am 8.4.1965 erneuert.

25.04.1945

Amerikanische und sowjetische Soldaten treffen in Torgau/Elbe zusammen.

Die in der Konferenz von Jalta vereinbarte Konferenz über die Schaffung der Vereinten Nationen wird in San Francisco eröffnet.

 

26.04.1945

US-Kongress beschließt Direktive JCS 1067: Grundlage der amerikanischen Besatzungspolitik in Deutschland. (Deutschland. besiegter Feindstaat, Fraternisierungsverbot, radikale Reduzierung des Wirtschaftspotentials, Entnazifizierung, Entmilitarisierung).

27.04.1945

Provisorische Staatsregierung unter Karl Renner proklamiert in Wien die Unabhängigkeit Österreichs. Der Anschluss von 1938 wird für null und nichtig erklärt.

30.04.1945

Selbstmord Hitlers. Großadmiral Dönitz bildet neue deutschen Regierung. „Gruppe Ulbricht“ verlässt Moskau..

Befreiung von KZ Dachau durch amerikanische Truppen.

 

02.05.1945

Berlin kapituliert.

Neue Reichsregierung Graf Schwerin von Krosigk in Plön

 

06.05.1945

Schumacher gründet den ersten Ortsverein der SPD in Hannover.

07.05.1945

Generaloberst Jodl unterzeichnet in Reims die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.

08./9.05.1945

Wiederholung der Kapitulation durch Generalfeldmarschall Keitel in Karlshorst. Bei Kriegsende befinden sich rund. 9 Mio. Zwangsarbeiter („Displaced Persons“) in Deutschland.,„Stunde Null“ Befreiung oder Zusammenbruch?

 

Bildung der Sowjetischen Militäradministration für Deutschland (SMAD) mit Sitz in Berlin-Karlshorst

 

10.06.1945

Zulassung von Parteien in der SBZ durch die SMAD (Befehl Nr. 2)

19.05.1945

Durch ein Dekret wird in der Tschechoslowakei die entschädigungslose Enteignung von beweglichen Sachen, die „staatlich unzuverlässigen“ Personen gehören angeordnet und die Sachen unter staatliche Verwaltung gestellt. Durch Verordnung vom 21. Juni werden auch die Immobilien erfasst, die deutschen oder ungarischen Volksangehörigen gehören (Beneš-Dekrete).

21.05.1945

Die „Berliner Zeitung“ erscheint als erstes Presseorgan in der sowjetischen Zone, am 18.10. folgt in München die „Neue Zeitung“ mit US- und am 21.02.1946 „Die Zeit“ mit britischer Lizenz.

23.05.1945

Dönitz wird in Flensburg verhaftet.

Gefangennahme der Mitglieder der Reichsregierung. in Mürwik: Ende der deutschen Reichsregierung.

04./07.06.1945

Wilhelm Pieck bei Stalin: „Einheit Deutschlands. sichern“ durch einheitliche Arbeiterpartei.. „Vollendung der bürgerlich-demokratischen Revolution“, durch Beseitigung der Reste des Feudalismus.

05.06.1945

Die Alliierten übernehmen „oberste Regierungsgewalt“ in Deutschland. Fraternisierungsverbot in den Westzonen,

Fraternisierungserlaubnis in der sowjetischen Zone.

09.06.1945

Sowjet. Militäradministration (SMAD, Karlshorst). Führung bis Mai 46 Marshall Schukow, dann Marschall Sokolowski, Tjulpanow, Vors. d. Propaganda-Abt. (für Sowjetisierung Deutschlands.), Semjonow Vertreter d. Außenministeriums. Verfolgte Stalin Doppelstrategie (ostdeutschen. Staat oder Gesamtdeutschen unter sowjet. Einfluss)?

10.06.1945

26.02.1945

Der SMAD lässt als erste Besatzungsmacht Parteien und Gewerkschaften zu: KPD (11.06.45, Vorsitzender. Wilhelm Pieck); Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), 13.06); Liberal-Demokratische Partei Deutschlands. (LDPD, 5.7.45, Vors. Wilhelm Külz); SPD in Berlin (15.06.45, Vors. des Zentralausschusses: Otto Grotewohl); CDU in Berlin (Vorläufer der Ost-CDU am 26.06.45, Vors. Jakob Kaiser.)

17.06.1945

Gründung d. Christlich Demokratischen Partei in Köln (Vorläufer der West-CDU)

26.06.1945

Unterzeichnung der UNO-Charta in San Francisco durch Vertreter von 50 Staaten. In Kraft getreten ist diese am 24. 10.1945.

Der internationale Gerichtshof wird als Hauptrechtsprechungsorgan der UNO gegründet. Sitz in Den Haag.

Ratifizierung durch die DDR:

Charta der Vereinten Nationen vom 26. Juni 1945 (GBl. II. 1973 S. 145) Resolution zur Änderung des Artikels 61 der Charta der Vereinten Nationen vom 20. Dezember 1971 (GBl. II. 1974 S. 1);

Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) vom 16. November 1945 (GBl. II. 1973 S. 1);

Konvention über die Privilegien und Immunitäten der Vereinten Nationen vom 13. Februar 1946 (GBl. II. 1975 S. 165);

Verfassung der Weltgesundheitsorganisation vom 22. Juli 1946 (GBl. II. 1974 S. 241), Änderungen der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation vom 22. Mai 1973 (GBl. 1976 II S. 294);

Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation vom 9. Dezember 1946 (GBl. II. 1974 S. 365), Urkunde zur Abänderung der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation vom 07. Juni 1972 (GBl. 1976 II S. 2);

Konvention über die Privilegien und Immunitäten der Spezialorganisationen vom 21. November 1947 (GBl. II. 1975 S. 181);

Statut der Internationalen Atomenergie-Organisation vom 26. Oktober 1956 (GBl. II. 1974 S. ,293) Konvention über die Privilegien und Immunitäten der Internationalen Atomenergieorganisation vom 01. Juli 1959 (GBl. 1975 II S. 213)

 

29.06.1945

Verordnung (Nr. 526) über ein Verfügungsverbot über alles deutsche Eigentum in Schweden erlassen;

Außerdem wurde in einer an demselben. Tage erlassenen besonderen Verordnung eine Anmeldepflicht für solches Eigentum an das Fluchtkapitalbüro angeordnet.

Begründung:

„Es ist somit immer deutlicher geworden, daß der deutsche Zusammenbruch

und die Aufteilung Deutschlands in verschiedene Besatzungszonen zu einer Verwirrung der diesbezUglichen Rechtsverhältnisse geführt hat, die nicht von kurzfristiger Dauer sein dürfte. Ein durch einen Friedensvertrag sanktioniertes, mit Regierungs- und Gesetzgebungsbefugnis ausgestattetes Organ fehlt, und irgendwelche einheitliche Richtlinien für die Behandlung der deutschen geschäftlichen und industriellen Unternehmen in den verschiedenen Besatzungszonen sind ebenfalls nicht erlassen worden. Es kommt hinzu, daß irgendeine von. allen Beteiligten anerkannte Regelung bezüglich des deutschen Eigentums außerhalb Deutschlands auch nicht existiert...“

 

01.-04.07.1945

Abzug der Westmächte aus Sachsen, Thüringen und Mecklenburg, die Rote Armee rückt nach. Briten und Amerikaner besetzen die Westsektoren Berlins (Franzosen folgen am 15.08.).

 

07.-10.07.1945

Frankreich übernimmt Teile der US-Zone als Besatzungszone

07.07.1945

US Army teilt erstmals Fragebögen an höhere deutschen Beamten aus

08.07.1945

Abkommen der Alliierten über die Aufteilung Österreichs in vier Besatzungszonen. Vorarlberg und Tirol werden von Frankreich, Osttirol, Kärnten und Steiermark vom Vereinigten Königreich, das steirische Ausseerland, Salzburg, Oberösterreich südlich der Donau von den USA und das Mühlviertel, Niederösterreich und das Burgenland von der UdSSR verwaltet. Wien wird in fünf Zonen geteilt.

 

09.07.1945

In der sowjetischen Zone werden 5 Länder errichtet.

 

Viermächteabkommen über die Besatzungszonen in Österreich.

 

11.07.1945

1. Sitzung der Alliierten Kommandantura. Beginn der Viermächteverwaltung Berlins

14.07.1945

KPD, SPD, CDU und LDPD der SBZ müssen sich im „Block antifaschistisch-demokratischer Parteien“ zusammenschließen.

16.07.1945

Erster erfolgreicher Atombombenversuch im US-Staat Neu-Mexiko

17.07.45 -

02.08.1945

Konferenz von Potsdam. Unter Ausschluss Frankreichs beschließen Stalin, Truman und Churchill bzw. Attlee, gemeinsame Richtlinien für die Behandlung Deutschlands.: Demilitarisierung, Denazifizierung, Dekartellisierung, Demokratie (zunächst nur Lokalverwaltung). Keine Zerstückelungspläne mehr! Anerkennung der Oder-Neiße-Linie „vorbehaltlich einer endgültigen friedensvertraglichen Regelung“ als Polens Westgrenze. Umsiedlung von Deutschen aus Polen nach Deutschland.; Sowjet. Forderung nach Reparationen in Höhe von 10 Mrd. Dollar abgelehnt, Besatzungsmächte sollen Reparationen aus der eigenen Zone entnehmen, darüber hinaus erhält SU 10% der Reparationsentnahmen der Westmächte gratis und 15% gegen Lebensmittellieferungen. Deutschland soll als „wirtschaftliche Einheit“ behandelt werden. dafür sollen zentrale Verwaltungsstellen eingerichtet werden (FR schließt sich am 7.8. dem Potsdamer Protokoll an), von Kritikern wie George Kennan wird Vier-Mächte-Kontrolle als undurchführbar angesehen.. Potsdamer Abkommen ist ein Formelkompromiss

 

Die Potsdamer-Konferenz richtet an Japan ein Ultimatum zur bedingungslosen Kapitulation. Die UdSSR verpflichtet sich, falls Japan dieses Ultimatum ablehnt, dem Krieg gegen Japan beizutreten. Die Aussiedelung deutschstämmiger Einwohnerteile östlich der Oder-Neiße-Linie und der Tschechoslowakei nach dem Kriegsende wird beschlossen.

 

Der anzuwendene Rechtsstand wird mit dem Jahr 1924 festgelegt.

 

27.07.1945

In der sowjetischen Zone werden 11 deutsche Zentralverwaltungen errichtet.

30.07.1945

Erste Sitzung des Alliierten Kontrollrates (muss einstimmige Beschlüsse fassen) in Berlin.

06.08.1945

Amerikanischer Atombombenabwurf auf Hiroshima: > 70000 Tote, 130000 Verwundete

08.08.1945

Londoner Vier-Mächte-Abkommen über die Bestrafung der Hauptkriegsverbrecher in Deutschland

 

Für Österreich wird eine alliierte Kommission gebildet.

 

09.08.1945

Amerikanischer Atombombenabwurf auf Nagasaki: 20000-40000 Tote, 50000 Verwundete. Sowjetunion erklärt Japan den Krieg, Kapitulation Japans am 02.09.45

16.08.1945

Polnisch-sowjetischer Vertrag über die Ostgrenze Polens.

28.08.1945

Zulassung von Parteien bis auf Kreisebene in der amerikanischen Zone

03.09.1945

Beginn der Bodenreform in der Sowjetzone

10.09.1945

Zulassung von Gewerkschaften in der britischen Zone

11.09.1945 -

02.10.1945

Außenministerkonferenz in London über die Deutschland-Frage. Frankreich legt seinen Deutschlandplan vor: Abtrennung des Ruhrgebietes und des Rheinlandes von Deutschland., GB für Internationalisierung des Ruhrgebietes (s. 1. Ruhrplan am 17.03.46), SU fordert dagegen Vier-Mächte-Kontrolle

 

15.09.1945

Zulassung von Parteien bis auf Kreisebene in der britischen Zone

19.09.1945

Gründung der Länder Bayern, Württemberg-Baden und Groß-Hessen in der amerikanischen Zone

01.10.1945

Veto Frankreichs im Alliierten Kontrollrat gegen Errichtung von Zentralverwaltungen, Wiederaufnahme des Schulbetriebes

 

Bildung der Amerikanischen Militärregierung (OMGUS)

 

Durchführung einer "Musterschau Leipziger Erzeugnisse" auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD).

 

05.-07.10.1945

Konferenz der SPD in Wennigsen/Hannover, Kurt Schumacher wird Sprecher der SPD der Westzonen, wendet sich gegen eine Vereinigung mit der KPD. Otto Grotewohl bleibt Sprecher der SPD in der sowjetischen Zone.

 

06.10.1945

Die Briten entlassen Konrad Adenauer als Oberbürgermeister von Köln

14.10.1945

Der IG-Farben-Konzern wird auf Beschluss des Alliierten Kontrollrats beschlagnahmt.

18.10.1945

Beginn des Hauptkriegsverbrecher-Prozesses in Berlin, ab 20.11-01.10.46 und wird in Nürnberg fortgeführt.

20.10.1945

Die provisorische Staatsregierung Österreichs wird von den Alliierten durch den Beschluss des Alliierten Rates anerkannt. Die provisorische Regierung, die bisher auf den sowjetisch besetzten Teil Österreichs begrenzt war, dehnt somit die Entscheidungsgewalt auf ganz Österreich aus.

 

22.10.1945

In Stuttgart konstituiert sich der Länderrat, das gemeinsame Arbeitsgremium der Länder der amerikanischen Zone.

24.10.1945

Die UNO-Charta tritt in Kraft, nachdem die erforderlichen Ratifikationen nach Art 110 UN-Charta hinterlegt wurden.. Dieser Tag gilt als das offizielle Gründungsdatum der UNO. Das oberste Organ der UNO ist die Vollversammlung. Die Vollversammlung ernennt den Generalsekretär und bestimmt die Mitglieder in den Ausschüssen. Der Generalsekretär ist für die Geschäftsführung des UN-Sekretariates zuständig. Das politisch wichtigste Organ ist der Sicherheitsrat.

 

06.11.1945

Direktive Nr. 16 des Kontrollrates in Deutschland über "Bewaffnung der deutschen Polizei"

17.11.1945

Die britische Militärregierung beschlagnahmt Krupp-Werke (Essen), die Stein- und Braunkohlenbergwerke ( 22.12.45) und weitere Eisen- und Stahlwerke (20.08.46). Franz. Militärregierung Saarbergwerke (26.12.46)

 

20.11.1945

Der Alliierter Kontrollrat einigt sich auf einen Plan zur Ausweisung der Deutschen aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen in die vier Besatzungszonen (6,65 Mio.).

 

21.11.1945

Gründung des Rundfunksenders RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) in Berlin

23.11.1945

In der amerikanischen Zone organisieren sich Parteien auf Länderebene.

16.-22.12.1945

Außenministerkonferenz der USA, GB und UdSSR in Moskau

17.12.1945

Wiederzulassung der Großen Landesloge der Freimauer von Deutschland durch den amerikanischen Stadtkommandanten von Berlin.

27.12.1945

Die Verhandlungen von Bretton Wood werden abgeschlossen. Das Weltwährungssystem wird nun nach drei Kriterien aufgebaut:

1. Feste Wechselkurse zwischen den Mitgliedstaaten,

2. Konvertibilität der Währungen,

3. Der US-Dollar als Reserve- und Leitwährung.

Der Internationale Währungsfonds (IWF, IMF - International Monetary Fund) und die Weltbank wird seit 22.07.1944 von 44 Staaten begründet. Der IWF dient der Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Bezug auf die Währungspolitik und den Zahlungsverkehr zum Wohle eines ungestörten Wachstums der Wirtschaft und der Überwachung der oben angeführten Kriterien. Als einziges Ostblockland trat Rumänien 1972 bei.Im Jahr 1976 wurde die endgültige Aufhebung der festen Wechselkurse und des offiziellen Goldpreises beschlossen.

Die Weltbank erfüllt den Bedarf an langfristigen Krediten für die Mitgliedstaten.

 

   
   

 

 

 

Kommentare   

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