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Zeitraum 1920 - 1930

 

 

1919-1920

Ex-Kaiser Karl I., der sich weigert, einen förmlichen Thronverzicht auszusprechen, verläßt Oesterreich und geht in die Schweiz. Die deutsch-österreichische konstituierende Nationalversammlung nimmt das Gesetz über die Aufhebung des Adels an. Außerdem wird das Habsburger Vermögen verstaatlicht und die Todesstrafe abgeschafft.

Die österreichische Bundesverfassung tritt in Kraft.

 

28.06.1919

bis 1920

In Spiegelsaal von Schloß Versailles beginnt die Friedenskonferenz, die die Bedingungen zur Beendigung des Ersten Weltkriegs festlegt. 70 Delegierte von 27 Siegerstaaten gehören der Konferenz an.

Auf der Pariser Friedenskonferenz wird die Völkerbundsatzung verabschiedet. Der Völkerbund soll eine Organisation des Friedens und der Sicherheit für die neue politische Ordnung sein.

 

"Versailler Friedensvertrag"

Angesichts der Drohung der Alliierten, den Krieg erneut zu eröffnen und nach Deutschland einzumarschieren, sieht die SPD-Regierung sich gezwungen, das von den Siegern allein ausgehandelte und den Deutschen ohne Mitspracherecht diktierte Vertragswerk zu unterzeichnen; die erpreßte Annahme des Versailler Diktats belastet die Republik und ihre Akzeptanz bei den Einwohnern von Anfang an schwer; die Hauptbestimmungen lauten:

1. der Kaiser sowie mehrere Generäle und Politiker sollen als "Kriegsverbrecher" ausgeliefert werden

2. Deutschland muß rund 70.000 km² Territorium abtreten, hauptsächlich an Polen, Frankreich und Belgien

3. die deutsche Stadt Danzig wird unter Völkerbundsmandat gestellt und damit polnischem Einfluß ausgeliefert

4. alle deutschen Kolonien müssen an die Siegermächte abgegeben werden

5. sämtliches Kriegsmaterial ist an die Alliierten auszuliefern

6. die künftige deutsche Armee bleibt auf ein Berufsheer von 100.000 Mann beschränkt

7. alle alliierten Kriegsgefangenen müssen von Deutschland sofort freigelassen werden, während die deutschen Gefangenen erst später heimkehren dürfen

8. große Teile des deutschen Rheinlandes sollten auf unbestimmte Zeit von französischen und englischen Truppen besetzt bleiben

9. Deutschland (und seinen Verbündeten) wird die alleinige Kriegsschuld zugewiesen, mit der Konsequenz, daß es Reparationszahlungen in Höhe von 269 Milliarden Goldmark in 42 Jahresraten zu zahlen haben würde (1921 revidiert: 132 Mrd.)

10. Österreich muß Südtirol an Italien abtreten und darf sich nicht mehr an das Deutsche Reich anschließen; die Donaumonarchie wird zerstückelt und in autonome Kleinstaaten aufgelöst.

11. Aufgrund des Versailler Vertrages werden Elsass-Lothringen, die Gebiete um Eupen und Malmedy, das Memelgebiet, das Hultschiner Ländchen sowie große Teile der preußischen Provinzen Posen und Westpreußen von Preußen abgetrennt; außerdem verliert Preußen im Zuge von Volksabstimmungen, die der Versailler Vertrag vorgesehen hatte, Nordschleswig und das östliche Oberschlesien. Das Saargebiet – zum größten Teil aus preußischen Gebietsteilen gebildet – wird für 15 Jahre unter Völkerbundsverwaltung gestellt, bevor eine Volksabstimmung die weitere Zugehörigkeit klärt (siehe die Volksabstimmung von 1935).

   
   

1920

Strafrechtler Karl Binding und der Psychiater Hoche veröffentlichen "Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens" und bahnen damit der Vernichtung der psychisch Kranken durch die Nazis einen Weg.

01.03.1920

Admiral Horthy wird zum Reichsverweser von Ungarn gewählt.

13.03.1920

Kapp-Putsch: unter der Führung des ostpreußischen Politikers Kapp bildet eine Gruppe aus Reichswehroffizieren und Freikorps-Angehörigen in Berlin eine Gegenregierung; obwohl Heeresleiter General von Seeckt nicht eingreift, bricht der Putsch nach wenigen Tagen unter einem Generalstreik der Gewerkschaften und Beamten zusammen.

19.03.1920

Der amerikanische Senat lehnt einen Beitritt der USA zum Völkerbund und die Ratifizierung des Versailler Friedensvertrag mehrheitlich ab.

 

 

27.04.1920

Die neue Stadtgemeinde Berlin ist durch Gesetz und durch umfangreiche Eingemeindungen entstanden (siehe PrGS 1920, 123).

Berlin ist aus der Provinz Brandenburg ausgeschieden.

30.07.1920

Die allgemeine Wehrpflicht wird in Übereinstimmung mit dem Versailler-Friedensvertrag in Deutschland per Gesetz abgeschafft.

   
   

24.-29.01.1921

Anlässlich der Pariser Konferenz werden die deutschen Reparationszahlungen auf 226 Mrd. Goldmark festgesetzt.

21.02.1921

Beginn der Londoner Konferenz über Reparationsfragen (bis 14. März; am 17. April - Festsetzung auf 132 Mrd. Goldmark). Deutschland wird für die Nichterfüllung der festgesetzten Reparationen mit Sanktionen gedroht.

Am 08. März werden von alliierten Truppen Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf besetzt.

05.05.1921

Die Alliierten stellen Deutschland ein Ultimatum zur Annahme des „Londoner Zahlungsplans“. Die deutsche Regierung nimmt den Zahlungsplan am 11. Mai an.

23.07.1921

Unterzeichnung der Pariser Donauakte durch Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Österreich, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn und das Vereinigte Königreich.

12.10.1921

Der Völkerbundrat beschließt die Teilung Oberschlesiens zwischen Deutschland und Polen.

30.11.1921

Der Kreis Pyrmont wird durch einen Staatsvertrag und per Reichsgesetz Preußen angegliedert als Teil der Provinz Hannover (siehe Reichsgesetz vom 24.3.1922, RGBl. 1922 I, S. 281).

   
   

10.04.-19.05.1922

Beginn der Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes in Genua

Es wird der Zusammenschluss der nationalen Eisenbahnverwaltungen zum „Internationalen Eisenbahnverband“ (UIC - NGO) zum 1. Dezember vereinbart.

16.04.1922

Das Deutsche Reich und die Sowjetunion unterzeichnen den Rapallovertrag. Erstmals erkennt damit das Deutsche Reich Sowjetrußland völkerrechtlich an. Vertrag von Rapallo:

Reglung der diplomatischen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen D und der Sowjetrußland und Verzicht auf Reparationen.

   

24.07.1922

Der Völkerbund gemäß des Artikels 22 des Covenants des Völkerbundes überträgt dem Vereinigten Königreich das Mandat über Palästina nach der Balfour-Deklaration vom 02.11.1917 (bis zum 15.5.1948 aufrecht).

Zitat Art. 6:

Die Verwaltung Palästinas soll unter der Sicherung, daß die Rechte und die Lage anderer Teile der Einwohner nicht beeinträchtigt werden, die jüdische Einwanderung unter geeigneten Bedingungen erleichtern und in Zusammenarbeit mit der in Artikel 4 erwähnten ,,Jewish Agency" eine geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Lande, mit Einschluß der nicht für öffentliche Zwecke erforderlichen Staatsländereien und Brachländereien, fördern.“

03.09.1922

Eine Volksabstimmung ergibt, daß die Mehrheit der Einwohner Oberschlesiens bei dem preußischen Staatsverband verbleiben will; trotzdem wird das Gebiet geteilt (siehe § 26 Versailler Vertrag) und wichtige Industrieregionen mit 400.000 deutschen Einwohnern dem neuen polnischen Staat zugeschlagen.

(siehe RGBl. 1922 II S. 237; 1922 I S. 547)

 

15.11.1922

Die NSDAP wird in Preußen verboten.

30.12.1922

Über 2000 Delegierte beschließen auf dem Allunions-Sowjetkongress die Gründung der UdSSR (Unionsvertrag). Die Belorussische Sozialistische Volksrepublik (Weißrussland) wird Teil davon.

1923

Wirtschaftskrise und Hyper-Inflation in Deutschland (Stand 15.11.1923: 1 US-Dollar = 4200 Milliarden Mark); die Alliierten verlangen die im Versailler Diktat festgesetzten Reparationen, Deutschland ist außerstande, sie zu erbringen.

 

   
   

09.01.1923

Einmarsch französischer und belgischer Truppen in das Ruhrgebiet, um gewaltsam deutsche Reparationsleistungen in 'Naturalien' (Rohstoffe, Industrieprodukte) einzutreiben; Reichskanzler Cuno fordert das Volk zu passivem Widerstand auf, England und die USA protestieren gegen das Vorgehen Frankreichs.

Die Besatzung dauert bis zum Jahre 1925 an.

22.06.1923

Aufnahme des damaligen Reichskanzlers und späteren Reichsministers für Äußeres, Gustav Stresemann, in die Johannisloge "Friedrich der Große".

06.08.1923

„Internationale Konvention über den Eisenbahn-, Personen- und Frachtverkehr“ (CIV) unterzeichnet. Grundlage ist das „Internationales Übereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr“ (CIM) vom 14. Oktober 1890. Gründungsstaaten sind Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Russland, Schweiz und Ungarn.

1923 (September)

Reichskanzler Gustav Stresemann bricht den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung ab und verhängt den Ausnahmezustand.

Die linksradikalen Regierungen Sachsens und Thüringens sowie das monarchistische Bayern erkennen die Beschlüsse der Berliner Reichsregierung nicht an.

General von Seeckt zerschlägt mit der Reichswehr die kommunistischen Aufstände von 1923.

15.10.1923 ff.

Verordnung über die Errichtung der Deutschen Rentenbank (siehe RGBl. 1923 I. S. 963) wurde eine Deutsche Rentenbank errichtet, die Rentenbankscheine ausgab (dagegen hat die Deutsche Reichsbank Reichsbankscheine, als Papiermark, ausgegeben, was mit dem Beginn der Ausgabe von Rentenbankscheinen verboten wurde).

Das Kapital der Rentenbank war zur Hälfte von der Landwirtschaft, und zur anderen Hälfte von Industrie, Gewerbe und Handel einschließlich der Banken gezeichnet, die das Kapital von 3200 Millionen Rentenmark in , in Goldmark ausgedrückte zwangsweise eingetragenen Grundschulden auf landwirtschaftliche Grundstücke und zwangsweise eingetragenen Schuldverschreibungen von Grundstücken in Industrie, Gewerbe und Handel aufgebracht.

Die neue Währung "Rentenmark" war durch die Deutsche Rentenbank an Grund und Boden gebunden und durch diese gewährleistet und war als Hilfszahlungsmittel vorgesehen; § 14 der Verordnung vom 15. Oktober 1923 (RGBl. 1923 I. S. 963), die Verordnung vom 23. November 1923 (Umstellung des Postscheckverkehrs, RGBl. 1923 I. S. 1132), die Verordnung vom 16. November 1923 (Ausdehnung der Devisengesetzgebung auf Rentenmark, Goldanleihe, wertbeständiges Notgeld, RGBl. I. S. 1099), die Verordnung vom 08. November 1923 (Ausprägung von Münzen im Nennbetrage von 1, 2, 5, 10 und 50 Rentenpfennigen, RGBl. 1923 I. S. 1086) samt Bekanntmachung vom 13. November 1923 (RGBl. 1923 I. S. 1091).

 

Die neue Währung "Goldmark" war wieder, wie bis 1914 die Mark, an Gold gebunden (1923: 1 Goldmark war wieder wie bis 1914 auch 0.3584 g Feingold).

§ 6 Abs. 2 der Verordnung (siehe RGBl. 1924 I. S. 963).

Diese Goldmark hat nichts mit der Golddiskontbank zu tun.

08.-09.11.1923

"Hitler-Putsch": mit der Unterstützung von Teilen der bayerischen Landesregierung und des ehemaligen Generals und Kriegshelden Ludendorff versucht Adolf Hitler, Führer der 1920 gegründeten Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP), von Bayern aus die Macht in Deutschland zu übernehmen; das Unternehmen bricht zusammen, weil von Seeckt erstmalig die Reichswehr gegen einen Putschversuch von rechts einsetzt und Hitlers "Marsch auf die Feldherrnhalle" niederschießen läßt;

Hitler wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er als ehemaliger Soldat ein Jahr in Festungshaft absitzen muß - er nutzt die Zeit und schreibt in der Gefangenschaft sein politisches Programm nieder: "Mein Kampf".

30.11.1923

Die alliierte Reparationskommission beschließt einen Internationalen Sachverständigenausschuss über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit Deutschlands einzuberufen. Der Vorsitzende wird der US-Amerikaner Charles G. Dawes. Der „Dawes-Plan“ wird am 09. April veröffentlicht. Die deutsche Regierung stimmt am 16. April für de Annahme des „Dawes-Plans“. Die Londoner Konferenz nimmt diesen Finanzplan anlässlich der Konferenz vom 16. Juli bis 16. August an.

09.12.1923

Völkerbund-Übereinkommen über die Durchleitung von elektrischer Energien und Übereinkommen über die Nutzbarmachung von Wasserkräften.

   
   

1924

Neue Fachartzordnungen im DR

 

Die UdSSR wird vom Februar bis Oktober von China, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko, Norwegen, Österreich, Schweden und dem Vereinigten Königreich anerkannt.

19.03.1924

Mit dem „Gesetz über die Deutsche Golddiskontbank“ (siehe RGBl. 1924 II. S. 71) wurde eine Bank errichtet und die ermächtigt war, auf Pfund Sterling lautende Banknoten auszugeben.

30.08.1924

Durch das „Gesetz über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen“ (siehe RGBl.1924 II. S. 252) wurde der Umlauf der Rentenbankscheine (=Rentenmark) liquidiert. Die Reichsbank wurde verpflichtet, die Rentenbankscheine 1:1 gegen Reichsbankscheine (=Reichsmark) umzutauschen.

   
   

19.02.1925

Internationales Opiumabkommen über die Importe, Exporte, Anwendung und Verbreitung von Suchtstoffen. Ergänzt durch das Abkommen vom 13.07.1931.

26.04.1925

Tod Friedrich Ebert und Wahl des 78-jährigen Generalfeldmarschalls a.D. Paul von Hindenburg zum neuen Reichspräsidenten (als Kandidat der konservativen und rechten Parteien)

17.06.1925

Protokoll über das Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege unterzeichnet. Am 09.05.1926 in Kraft getreten.

Am 10.04.1975 trat die USA bei.

16.10.1925

Außenminister Stresemann schließt im schweizerischen Locarno mit den Siegermächten einen Vertrag über die Unverletzlichkeit der bestehenden Westgrenzen, erreicht aber immer noch keine Räumung des Rheinlandes von fremden Truppen; die rechte Opposition läuft Sturm gegen diese Preisgabe deutscher Gebietsansprüche. Der deutsche Reichstag nimmt den Locarno-Vertrag am 27.11.1925 an und wurde am 01.12.1925 in London unterzeichnet.

Im März 1936 kündigt Hitler den Locarno-Vertrag.

 

   
   

1926

Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft:

Ausbildungs- und Zulassungsrichtlinien werden formuliert.

08.09.1926

Aufnahme der Weimarer Republik in den Völkerbund

   
   

1927

Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wird gegründet, um das Risiko der Arbeitslosigkeit zu mindern.

Internationale Radiokonferenz in Washington und Abschluss der Internationalen Radiokonvention – es werden die Rundfunkfrequenzen aufgeteilt um gegenseitige Störungen zu vermeiden.

31.01.1927

Die alliierte Militärkontrollkommission wird aus Deutschland abgezogen.

05.05.1927

Weltwirtschaftskonferenz des Völkerbundes in Genf (bis 23. Mai). Der Abbau der Zollbarrieren und gemeinsame Verhandlungen über Zollsenkungen wurden als dringlichste Probleme gesehen. Durch die Weltwirtschaftskrise jedoch wurde die protektionistische Abschottung der nationalen Wirtschaft verstärkt.

15.07.1927

Unruhen in Wien. Der Justizpalast brennt und Teile der dort gelagerten Grundbücher verbrennen ersatzlos.

17.08.1927

Deutschland und Frankreich schließen einen Handelsvertrag.

08.12.1927

Urteil des Haager Schiedsgerichtshofes über die Rechtsstellung der Europäischen Donaukommission.

   
   
   

16.01.1928

Beginn der Länderkonferenz in Deutschland zur Neuaufteilung der Bundesländer (erfolglos am 21.6.1930 beendet.).

1928 (März)

Große Koalition, Reichskanzler Müller SPD – Am 27.03.1930 endet das Kabinett Müller.

Erster bemerkenswerter Wahlerfolg der NSDAP: die Partei erzielt 2,6% und zieht mit 12 Abgeordneten in den Reichstag ein.

27.08.1928

Briand − Kellog − Pakt, der den Angriffskrieg wie jede Aggression ächtet.

wird von 15 Staaten unterzeichnet. Er soll die völkergemeinschaftliche Ächtung des Krieges bewirken und neuerliche Kriege verhindern. Am 24.7.1929 in Kraft getreten. Russland tritt am 29. August bei.

Bis 1939 waren 63 Staaten Mitglieder.

 

   
   

01.05.1929

Der Freistaat Waldeck wird per Reichsgesetz (siehe 7.12.1928, RGBl. I, S. 401) in den Freistaat Preußen eingegliedert als Teil der Provinz Hessen-Nassau.

09.02.1929

Die Sowjetunion schließt im Rahmen des Briand-Kellog-Paktes mit Estland, Lettland, Polen und Rumänien einen Nichtangriffspakt (Litwinow-Protokoll).

11.02.1929

Italien und der Vatikan schließen die Lateran-Verträge. Die Souveränität des Papstes über die Vatikanstadt wird von Italien anerkannt, im Gegenzug erteilt der Papst dem königreich Italien die Anerkennung. Die Lateran-Verträge sind heute teil der italienischen Verfassung.

06.07.1929

Die seit 11. Februar tagende Konferenz in Paris über die Revision des Dawes-Abkommens einigt sich durch Unterzeichnung des Abkommens auf den Young-Plan über die zukünftigen Reparationszahlungen Deutschlands (ursprünglich bis 1988 geplant). Dadurch tritt der Dawes-Plan von 1923 außer Kraft (Abkommen vom 20.1.1930).

Das Konkordat zwischen Italien (Mussolini) und dem Vatikan (Pius XI.) tritt in Kraft. Der Vatikanstaat wird geschaffen.

 

27.07.1929

Genfer Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen. Revision am 12.8.1949

06.-31.08.1929

Konferenz in Den Haag, Annahme des Young-Plan

Mit der Annahme des "Young-Plans" durch Stresemann werden die deutschen Reparationen auf 115 Mrd. Mark 59 Jahresraten festgelegt, im Gegenzug soll das Rheinland bis 1930 von den Alliierten freigegeben werden.

Volksbegehren gegen den Young-Plan

 

05.09.1929

Während der 10. Völkerbundversammlung erklärt Aristide Briand seine Vorstellung von einem Europäischen Zusammenschluss souveräner Staaten in einer föderativen Verbindung (Zoll- und Wirtschaftsunion - Vorläufer der EG und Europäischen Union).

09.09.1929

Frankreich beruft in Genf eine Versammlung ein (Paneuropa-Konferenz). Die europäischen Staaten werden zu einem Zusammenschluss im Rahmen einer Konföderation aufgefordert. Gustav Stresemann bekräftigt seinen Willen für ein einiges Europa.

Der französische Ministerpräsident Édouard Marie Herriot spricht sich vor führenden Mitgliedern der Paneuropa Union für eine europäische Einigung aus.

 

12.10.1929

Warschauer Übereinkommen zur Vereinheitlichung der Regeln über die Beförderung im internationalen Luftverkehr (WA).

21.12.1929

Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung

24.10.1929

Beginn der Weltwirtschaftskrise

Der New Yorker Börsenkrach "Der schwarze Freitag" und die darauffolgende Wirtschaftskrise treffen auch Deutschland schwer: viele Firmen und Banken brechen zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt von 1,6 Millionen bis 1931 auf 4,3 Millionen, bis Anfang 1933 auf über 6 Millionen an.

07.12.1929

Letzte große Reform der noch heute geltenden österreichischen Bundesverfassung.

   
   

03.-19.01.1930

Zweite Haager Konferenz zur endgültigen Regelung der Reparationsfrage.

Der Young-Plan wird angenommen.

20.01.1930

Gründung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Den Haag. Diese Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht wurde mit Stammkapital von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und US-amerikanischen Privatbanken sowie dem Vereinigten Königreich ausgestattet und soll u.a. auch die Reparationszahlungen Deutschlands gemäß dem Young-Plan von 1929 regeln. Japan scheidet 1952 aus. Die BIZ war unter anderem auch Clearingstelle für die EZU und das Europäische Währungsabkommen, war Depotstelle für die durch Pfandvertrag gesicherten Anleihen der EGKS und arbeitete im Europäischen Währungsverbund mit.

03.03.1930

Der Reichspräsident unterzeichnet die wichtigsten Young‑Plan‑Gesetze.

27.03.1930

Präsident von Hindenburg ernennt auf Grund seiner herausragenden verfassungsmäßigen Stellung den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Reichskanzler, ob wohl dieser sich nicht auf eine Mehrheit im Parlament stützen kann; Brüning regiert mit Hindenburgs präsidialer Macht im Rücken, das Parlament jederzeit auflösen zu können, durch Notverordnungen, d.h. ohne bzw. gegen den Reichstag.

17.05.1930

Das auf Initiative des französischen Außenministers Aristide Briand zustande gekommene Memorandum, in dem er die Bildung eines europäischen Staatenbundes vorschlägt, wird an 27 europäische Mitgliedsstaaten des Völkerbundes (Rede vom 1.5.d.J.) versendet. Durch einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, gegenseitige Unterstützung in Krisenzeiten und eine zwischenstaatliche Konfliktregelung soll eine stabile Union geschaffen werden. Bedingt durch die Furcht vor dem Verlust von Souveränität und Beeinträchtigung nationaler Interessen und die Weltwirtschaftskrise sind die Reaktionen der angesprochenen Staaten sehr zurückhaltend.

Zweiter Paneuropa-Kongress der Paneuropa-Union in Berlin.

Der Schriftsteller Thomas Mann fordert auf dem Kongress der Paneuropäischen Union ein vereinigtes Europa als Grundlage für die kulturelle Weiterentwicklung der europäischen Völker.

07.06.1930

Genfer Wechselrechtsabkommen.

11.-14.09.1930

Eine Konferenz mit 26 europäischen Staaten in Genf berät u.a. den Vorschlag des französischen Außenministers Aristide Briand für ein geeintes Europa.

1930/09/11 Aristide Briand erstattet dem Völkerbund einen Bericht über die Diskussionen einer europäischen Föderation. Es wird die Bildung einer Studienkommission beschlossen. Leiter wird der Generalsekretär des Völkerbundes Eric Drummond.

14.09.1930

Bei der Reichstagswahl wächst die Zahl der NSDAP-Abgeordneten von 12 auf 107 (18,3%) an, die der Kommunisten von 54 auf 77 (13,1%) - noch haben die demokratischen Parteien zusammen eine überwältigende Mehrheit im Volk; ungeachtet des Wahlausgangs läßt Hindenburg den Kanzler Brüning weiter regieren.

25.09.1930

Rücktritt des Kabinetts Schober in Österreich.

11.10.1930

Das Reich nimmt einen Kredit in Höhe von 125 Millionen Dollar auf.

01.12.1930

Erlaß der Ersten Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen.

 

 

 

 

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