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Zeitraum 1850 - 1900

 

1850

Der Friede von Berlin beendet den Ersten Deutsch-Dänischen Krieg (seit 1848). Dänemark übernimmt die "gesetzliche Autorität" in Schleswig und Holstein.

 

Handelsbeziehungen:

Die alte Form der Warenmesse in Leipzig gerät mit der industriellen Serienproduktion in die Krise und erweist sich zunehmend als untauglich für die Abwicklung von Großhandelsgeschäften. So genannte "Musterreiter" (Handelsvertreter), die mit Musterkoffern direkt zu den Kunden reisen, gewinnen an Bedeutung.

 

1849/1850

Eingliederungsvertrag Fürstentum Hechingen und Preußen (PrGS 1850, S. 289)

In Art. 17 des Vertrages war festgelegt, daß alle majorennen Agnaten des Fürsten ihren Beitritt erklären und die Nachgeborenen diese Erklärung gleich nach erlangter Majorennität abzugeben hätten.

Abtretungen des ganzen Staatsgebietes mit Zustimmung der Stände und u. U. der thronfolgefähigen Verwandten waren möglich. 1849 trat der

Fürst von Hohenzollern/Hechingen alle Souveränitäts- und Regierungsrechte über sein Fürstentum Hechingen mit Zustimmung der thronfolgefähigen

Verwandten an den König von Preußen ab. Hohenzollem-Hechingen wurde in Preußen eingegliedert.

1851

Gothaer (Freizügigkeits-)Vertrag

1852

Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. läßt in den Ländern der Donaumonarchie das sog. Silvesterpatent verkünden, das die absolute Monarchie wieder herstellt.

24.05.1853

Wiedereinführung der Stadtverordnetenversammlung in Berlin durch Gesetz über eine neue Städteordnung.

05.11.1853

Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, später Kaiser Friedrich III. (99 Tage Kaiser), wird in die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland aufgenommen und ist zugleich Ehrenmitglied der beiden anderen preußischen Logen.

1854

Das Königreich Hannover tritt dem Deutschen Zollverein bei.

1855

Neue Übersetzung des Neuen Testament aus dem Urtext von einigen Christen aus Elberfeld bei Wuppertal. Herausgegeben im Selbstverlag der Herausgeber, gedruckt bei Sam. Lucas.

1856

In Schweizer Kanton Neuenburg kommt es zu einem royalistischen Putschversuch mit dem Ziel, die Rechte des preußischen Königs als Fürst von Neuenburg wiederherzustellen.

1857

Kommission zur Beratung eines ADHGB („Nürnberger Protokolle“)

Inkrafttreten des ADHGB als Gesetz des Deutschen Bundes 1861.

Fortgeltung des ADHGB als Reichsgesetz bis 31.12.1899

 

1858

Rudolf Virchow (1821-1902): Die Cellularpathologie

1859

Charles Darwin (1809-1882) Die Entstehung der Arten

1861

Pasteur entdeckt in Paris die Bakterien

Gründung der Fortschrittspartei in Preußen

 

19.05.1861

Gründung des Vereins deutscher Freimaurer in Potsdam.

1862

Otto von Bismarck, seit dem Frühjahr preußischer Gesandter in Frankreich

06.05.1862

Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus: Sieg der Fortschrittspartei

1862 (September)

Berufung von Bismarck - wird von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister ernannt.als "Konfliktminister";

Ablehnung des preußischen Haushaltsentwurfs durch Abgeordneten- und Herrenhaus; Beginn der budgetlosen Regierung

 

1863

Erste Verwaltungsgerichtsbarkeit in Baden und in Deutschland.

 

Gründung des Allgemeine Deutsche Arbeiterverein

 

1864

Genfer Konvention zum Schutz der Verwundeten

 

01.02.1864

 

18.04.1864

30.10.1864

Im zweiten Krieg gegen Dänemark, von dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck (1815-1898) provoziert, marschiert Preußen nach Schleswig und Holstein ein.

Die Düppeler Schanzen bei Sonderburg erobert, was den Krieg für Preußen entscheidet.

Durch den »Frieden von Wien« verliert Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Österreich und Preußen.

 

1865

Mendel (1822-1884): Versuche über Pflanzenhybride; Grundlagen modernen Vererbungslehre.

Pettenkofer in München erhält den ersten Lehrstuhl für Hygiene

 

14.08.1865

Die Gasteiner Konvention zwischen Preußen und Oesterreich:

Elbherzogtum Schleswig wird künftig von Preußen und Elbherzogtum Holstein von Österreich verwaltet. Herzogtum Lauenburg fällt - nach einer Entschädigungszahlung von 2.5 Mio. dänischen Talern Preußens an Österreich - ebenfalls in preußischen Besitz (siehe 17.06.1868).

 

23.12.1865

Die Lateinische Münzunion (offiz. Union monétaire latine) war eine Währungsunion zwischen Frankreich, Belgien, Italien, der Schweiz und Griechenland, die vom 23. Dezember 1865 faktisch bis 1914 und formal bis zum 31. Dezember 1926 dauerte.

Dies ist der erste Versuch zur Errichtung eines Weltwährungssystems.

 

1866

Trennung von Rechts- und Linksliberalen; Gründung der Nationalliberalen

1866

 

 

23.8.1866

Auf Antrag Österreichs ordnet der Deutsche Bundestag in Frankfurt am Main mit den Stimmen von Bayern, Sachsen, Württemberg u.a. die Mobilmachung gegen Preußen an. Damit beginnt der Deutsche Krieg. Die von Helmuth von Moltke geführten preußischen Truppen besiegen in der den Deutschen Krieg entscheidenden Schlacht bei Königgrätz die österreichisch-sächsische Armee.

Der Friede von Prag beendet den Deutschen Krieg um die politisch-militärische Vorherrschaft im Land.

Österreich stimmt der Auflösung des völkerrechtlichen Vereins „Deutschen Bund“ (1815-1866) mit der Anerkennung des preußischen Vorhabens der Gründung eines norddeutschen Bundes zu.

22.08.1866

Die Niederlage zwang Bayern mit Preußen in Berlin einen Frieden zu schließen, der geringe Gebietsabtretungen sowie die Zahlung einer Kriegsentschädigung vorsah. Zugleich wurde Bayern durch ein Schutz- und Trutzbündnis an Preußen gebunden.

19.09.1866

Inkrafttreten des preußischen Indemnitätsgesetzes ("...Indemnität erteilt dergestalt, daß es rücksichtlich der Verantwortlichkeit der Staatsregierung so gehalten werden soll, wie wenn die Verwaltung in der erwähnten Zeit auf Grund gesetzlich festgestellter und rechtzeitlich publicierter Staatshaushalts-Etats geführt worden wäre.")

 

   

1867

Die Londoner Konferenz der Großmächte Europas garantiert Luxemburg die Unabhängigkeit.

Kaiser Franz Joseph I. bestätigt im österreichisch-ungarischen Ausgleich das österreichische Staatsgrundgesetz. Die Doppelmonarchie besteht aus selbständigen Staaten, die durch den Kaisers miteinander verbunden sind.

 

1866/67

(Dez.-12.2.) Verfassungsberatungen der norddeutschen Regierungsvertreter

12.02.1867

Wahlen zum verfassungsberatenden Reichstag

01.07.1867

Die Verfassung mit Verabschiedung durch den Reichstag des Norddeutschen Bundes, dem 22 Staaten und Freie Städte nördlich der Mainlinie angehören, tritt in Kraft. Unter Vorherrschaft Preußens wird die kleindeutsche Lösung geschaffen.

08.07.1867

Durch Vertragsverhältnisse (siehe BGBl. 1867 S. 81) sind bestimmt worden:

Organe des Zollvereins sind der Zollbundesrat, das Zollpräsidium und das Zollparlament.

Wichtiger Schritt in die Richtung eines deutschen Bundesstaates

„Aus dem bisherigen Zoll-Staatenbund […] [sollte] ein Zoll-Bundesstaat werden“ (Nipperdey).

Der Erneuerung des Zollvereins 1867 musste Bayern widerstrebend zustimmen, da Bismarck mit der Auflösung des Zollvereins gedroht hatte, was schwerwiegende Folgen für Bayern gehabt hätte (Isolation und Wirtschaft).

28.07.1867

Nach Annahme und Veröffentlichung (BGBl. 1867 S. 1) der Verfassung des Verein „Norddeutschen Bund“ sind folgende Organe bestimmt worden:

der Bundesrat;

das Bundespräsidium und der Reichstag.

 

17.06.1868

Erlass Nr. 17: an die neue preußische Provinz „Schleswig-Holstein“ erfolgt der Anschluß des Kreises Herzogtum Lauenburg (siehe 1865).

1869

Gesundheit:

Eduard von Hartmann (1842-1906) Erste Auflage Philosophie des Unbewußten.

 

10.02.1869 ff.

  • Wahlen zum Zollparlament am 10. Februar 1868:

  • Die Gegner des Anschlusses an den Norddeutschen Bund erreichten eine 2/3 Mehrheit in Bayern

  • Landtagswahlen Mai 1869:

  • Mehrheit der Patrioten, aber keine Einigkeit bei der Wahl des Kammerpräsidenten

  • Folge:

  • Auflösung der 2. Kammer und Neuwahlen im November 1869.

  • Ergebnis:

  • Mehrheit für Patrioten. Druck auf Hohenlohe und Misstrauensvoten aus beiden Kammern des LT. Entlassung Hohenlohes im Februar 1870

30.12.1869

Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund

Gemäß der Gewerbeordnung wurde die Pflicht, einer bestimmten Kasse anzugehören, dann aufgehoben, wenn der Versicherungspflichtige bereits Mitglied einer anderen Krankenhilfe- oder Sterbekasse war.

1870- 1871

Gesundheit politisiert:

Hagen, Friedrich Wilhelm - Fixe Ideen. In: Studien auf dem Gebiete der ärztlichen Seelenkunde. Gemeinfassliche Vorträge. Erlangen.

In der Arbeit über die fixen Ideen taucht der Begriff des Unbewußten - als Freud gerade 14 war - 10 mal auf.

 

13.05.1870

Gesetz wegen Beseitigung der Doppelbesteuerung

Besteuerungsgrundlage sollte von diesem Zeitpunkt an die wirtschaftliche und nicht mehr die rechtliche Zugehörigkeit sein. Das bedeutete, daß die Zuständigkeit für Personalsteuern, nach dem Wohnsitzprinzip, der Person und für Realsteuern, nach dem Belegenheitsprinzip, der Sache folgen sollte.

 

19.07.1870

Ausbruch des Krieges mit Frankreich

1870

Gründung der katholischen Zentrumspartei

 

15.11.1870

Nach dem deutsch-französischen Krieg wurde die politische! (nicht staatsrechtliche) Vereinigung der süddeutschen Staaten und dem Norddeutschen Bund mit der Gründung des unauflöslichen „Deutschen Bund“ mit Verträgen (hier Baden und Südhessen) vom 15. bis 25. November 1870 verwirklicht. (siehe BGBl. 1870 S. 627 und 650, Korrektur 09.12.1870).

 

23.11.1870

Den Eingliederungsvertrag (Inkorporation) mit Bayern mit dem unauflöslichen „Deutschen Bund“ unterzeichnete Bray-Steinburg, unter Vorbehalt der Zustimmung des bayrischen Königs und des Landtages, den Beitritt zum Deutschen Bund.

(siehe BGBl. 1871 S. 9 und 23; Korrektur 09.12.1870)

 

25.11.1870

Eingliederungsvertrag (Inkorporation) mit Württemberg mit dem unauflöslichen „Deutschen Bund“

(siehe BGBl. 1870 S. 654, 657 und 658; Korrektur 09.12.1870).

 

30.11.1870

Dem bayerischen König hatte Bismarck noch eine weitere Rolle bei der Reichsgründung zugedacht, da Ludwig als der mächtigste Fürst nach dem preußischen König diesem die (Präsidialrechte) Kaiserkrone anbieten sollte.

Im Zusammenhang mit dem Kaiserbrief an die Fürsten zur Proklamation durch Ludwig II sind aber auch die Geldforderungen des bayerischen Königs zu nennen, die von Bismarck schließlich auch erfüllt wurden.

Eingeräumte Reservats- und Sonderrechte für Bayern:

Eisenbahn, Post-, Telegraphenwesen, Oberbefehl über die bayerischen. Truppen, Bier- und Branntweinbesteuerung,

ständiger Vorsitz im Bundesratsausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Gesandtschaftsrecht, Hypothekar-Kreditwesen, Immobilienversicherungswesen,

stellvertretender Vorsitz im Bundesrat,

ständiger Sitz im Ausschuss für das Landheer,

Verehelichungswesen, Heimats- und Niederlassungsrecht.

„Geheime Verabredung“:

Bayerischer Bevollmächtigter bei Friedensschlüssen,

Verzicht auf die Rückgabe der ehemaligen Düsseldorfer Gemäldegalerie.

Die Reservatsrechte trugen zwar de facto nicht zu einer Stärkung der Stellung Bayerns bei, allerdings drückte sich darin der Respekt Preußens vor dem zweitgrößten Bundesstaat aus.

09.12.1870[

Zuschrift des Bundes-Kanzlers v. Bismarck an den Präsidenten des Reichstags Simson

(Beschluß des Norddeutschen Bundesrats betreffend die Einführung der Bezeichnungen "Deutsches Reich" und "Deutscher Kaiser")

vom 9. Dezember 1870

Ew. beehre mich die ganz ergebenste Mitheilung zu mache, daß der Bundesrath des Norddeutschen Bundes im Einverständniß mit den Regierungen von Bayern, Württemberg, Baden und Hessen, beschlossen hat, dem Reichstage des Norddeutschen Bundes folgende Abänderung der Verfassung des Deutschen Bundes (Nr. 6 der Drucksachen) zur verfassungsmäßigen Zustimmung vorzulegen:[1]

  1. Im Eingang der Bundesverfassung ist an der Stelle der Worte: "Dieser Bund wird den Namen Deutscher Bund führen" zu setzen: "Dieser Bund wird den Namen Deutsches Reich führen".

  2. Der erste Absatz des Artikels 11 der Bundesverfassung erhält nachstehende Fassung: "Das Präsidium des Bundes steht dem Könige von Preußen zu, welcher den Namen Deutscher Kaiser führt. Der Kaiser hat das Reich völkerrechtlich zu vertreten, im Namen des Reiches Krieg zu erklären und Frieden zu schließen, Bündnisse und andere Verträge mit fremden Staaten einzugehen, Gesandte zu beglaubigen und zu empfangen."

Der Kanzler der Norddeutschen Bundes In Vertretung Delbrück

An den Präsidenten des Reichstages des Norddeutschen Bundes Herrn Dr. Simson, Hoch

 

Anmerkung: [1] Der Reichstag des Norddeutschen Bundes stimmten dem Beschluß des Bundesrates des Norddeutschen Bundes am 10.12.1870 zu.

Der damit geänderte Wortlaut der "Verfassung des Deutschen Bundes" wurde am 31.12.1870 im Bundesgesetzblatt 1870, S. 627 veröffentlicht.

 

[Ab dem Jahr 1949 heißt der Bund „Bundesrepublik Deutschland“

Das Präsidium wird durch den Bundeskanzler vertreten.

Siehe dazu die Ausführungen nach 1945.]

 

01.01.1871

Inkrafttreten des Beitritts und damit Entstehung des unauflöslichen Deutschen Bund mit dem Namen „Deutsches Reich“

11.-21.01.1871

Auch bei den Verhandlungen über den Beitritt Bayerns zu dem Bund „Deutsches Reich“ kam es vom 11. bis zum 21.01.1871 zu einer großen Redeschlacht in der bayerischen Abgeordnetenkammer, die erst am 21. Januar 1871 mit einer knappen 2/3 Mehrheit dem Beitritt Bayerns zustimmte.

18.01.1871

In Versailles nahm der König von Preußen die ihm angetragene „Würde“ an, zukünftiger Präsident mit dem Namen „Deutscher Kaiser“ (Präsidialrecht) des politischen Bundes und Vertragsüberbauvereins „Deutsches Reich“ zu sein, trotz der fehlenden Zustimmung der bayerischen Abgeordnetenkammer über einen Beitritt Bayerns am 18.01.1871!

 

03.03.1871

Wahlen zum 1. Reichstag gemäß den Normen des Norddeutschen Bundes

20.04.1871

Mit dem Einführungsgesetz (BGBl. 1871 S. 63) wurden die norddeutschen Bundesgesetze zu Reichsgesetzen erklärt.

Erlaß des „Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reiches“

Die unbegrenzte Fortgeltung der Novemberverträge von 1870 neben der durch Gesetz beschlossenen und verkündeten Reichsverfassung sind Grundlage für alle weiteren geschichtlichen Abläufe in Deutschland.

09.06.1871

Vereinigung von Elsaß-Lothringen mit dem Reich durch Gesetz (siehe RGBl. 1871 S. 212) Weiterführung im Jahre 1911.

04.12.1871

Reichsgesetz betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen (RGBl. 1871 S. 404) , wiederholt durch das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 (RGBl. 1873 S. 233) und 1. Juni 1909 (RGBl. 1909 S. 507) bestimmt war (1 Pfund (=500 g) Gold wurde in 139 1/2 Münzen geprägt; der zehnte Teil davon wurde gesetzlich als "Mark" bezeichnet, so daß 0.3584 g reinen Goldes 1 Mark ausmachte; 1/1279 Teil eines Kilogramms feinen Goldes).

(Aufhebung der Goldbindung der Mark - siehe 4. August 1914).

 

1872

StGB hat bereits seit 1. Januar 1872 Geltung.

§ 218 ins Strafgesetzbuch Deutsches Reich aufgenommen (von Preußen 1851, 1870 Norddeutscher Bund).

 

In Großbritannien wird die geheime Abstimmung bei Wahlen eingeführt.

 

09.07.1873

Ergänzung Münzgesetz (RGBl. 1873 S. 233 zur Ausprägung von Reichsgoldmünzen)

20.12.1873

Änderung der Reichsverfassung durch „Lex Miquel/Lasker“ - Es wird im Jahre 1877 folgende Normen Inkrafttreten: GVG, ZPO, StPO, KO.

1874 ff.

Es wurde eine Kommission zur Erarbeitung eines Bürgerliches Vereins-Gesetzbuch gebildet, die nach über 700 Sitzungen 1887 einen ersten Entwurf präsentierte, der sogleich heftiger Kritik ausgesetzt war. Hauptkritikpunkte waren die abstrakte Sprache, die Entfernung von der sozialen Wirklichkeit, sowie die einseitige Bevorzugung der römisch-rechtliche Ordnungsprinzipien zulasten des traditionellen deutschen Rechtsguts.

Unter (teilweiser) Berücksichtigung dieser Kritik wurde eine zweite Kommission eingesetzt, die 1891 - 1895 tagte. Der veränderte Entwurf wurde am 17.1.1896 als Gesetzesvorlage in den Reichstag eingebracht, beschlossen und am 18.8.1896 im Gesetzblatt verkündet.

Die Ursachen der langen Zeitdauer zur Erarbeitung eines Bürgerliches Gesetzbuch sind in den juristischen Feinheiten zu sehen, um nicht mit bestehenden älteren Rechten und staatlichen Bestimmungen und Gesetzen des Reiches (HRRDN) in Konflikt zu kommen.

Schließlich trat das BGB am 1.1.1900 in Kraft. Damit bestand erstmals ein einheitliches Zivilrecht für ganz Deutschland. Bis heute hat das Gesetz unzählige Änderungen erfahren. Die einschneidenste Änderung hat das BGB zum 01.01.2002 erstmals erheblich Neuerungen durch die Schuldrechtsreform erfahren.

 

30.01.1875

Die Reichsbank (siehe Bundesbank / EZB mit Sitz in FF / Main) wird als Notenbank gegründet – die Befugnis zur Ausgabe von Banknoten kann nur durch Gesetz erfolgen (Aktenstück Nr. 274 Bankgesetz).

Die Reichsmark ersetzt im Deutschen Reich die bisherigen staatlich genehmigten Landeswährungen nach dem Münzregal des HRRDN.

Die Banknoten (RM) sind dem Staatspapiergeld gleichgestellt.(siehe Aktenstück Nr.86 Gesetz zur Ausgabe von Banknoten)

 

Im Deutschen Reich wird durch Gesetz der Regierung Otto von Bismarck die obligatorische Zivilehe eingeführt.

Diese Regelung läßt auch Ehescheidungen zu.

 

Inkrafttreten des Aktiengesetz

 

01.01.1876

Berlin scheidet aus der Verwaltungshoheit der Provinz Brandenburg aus, bleibt aber deren Oberpräsidenten unterstellt

1876

Im Deutschen Reich wird die Mark Einheitswährung auf der Basis des Goldstandards.

08.04.1876

Umgestaltung der Gewerbeordnung durch das Änderungsgesetz vom 08.04.1876, um das Verhältnis zwischen Verein und Zwangskasse neu zu regeln. Danach erhielten die Kassen, die die Voraussetzungen erfüllten, die Rechte einer eingeschriebenen Hilfskasse.

 

1877

Inkrafttreten von GVG, ZPO, StPO, KO, Patentgesetz für das Deutsche Reich

1878

Rumäniens Nationalversammlung erklärt die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Der Berliner Kongreß, eine Konferenz führender Staatsmänner europäischer Großmächte und des Osmanischen Reichs, endet nach vier Wochen mit einer Neuordnung des Balkans.

21.10.1878 –

30.9.1890

Der Deutsche Reichstag verabschiedet das von Reichskanzler Otto von Bismarck (reaktiv nach zwei Attentaten auf Kaiser Wilhelm) initiierte sog. "Sozialistengesetz" gegen die "gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie".

 

1879

Wilhelm Wundt, Psychologe, Philosoph und Arzt gründet das erste Psychologische Labor in Leipzig: Die Psychologie wird unabhängig

Die europäischen Großmächte Österreich-Ungarn und Deutsches Reich schließen einen geheimen Zweibund zum gegenseitigen Schutz im Falle eines russischen Angriffs.

 

17.11.1881

Kaiserliche Botschaft oder "Magna Charta der deutschen Sozialversicherung"

1882

Der deutsche Bakteriologe Robert Koch isoliert den Erreger (Bakterie) der Tuberkulose (Nobelpreis 1905).

20.03.1883

Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutze des gewerblichen Eigentums vom 20. März 1883;

15.06.1883

Mit der Billigung des Gesetzes zur Krankenversicherung durch den Deutschen Reichstag beginnt die Sozialgesetzgebung unter Reichskanzler Otto von Bismark.

Diesem Gesetz ging die sogenannte „Kaiserliche Botschaft“ vom 17.11.1881 voraus. In dieser Botschaft, die Bismarck vor dem Reichstag verlas, wurden die wesentlichen Entwicklungslinien der zukünftigen Sozialgesetzgebung festgelegt. Die Botschaft kündigte eine Dreiteilung der Sozialversicherung in Unfallversicherung, Krankenversicherung sowie Alters- und Invalidenversicherung an.

1884

Inkrafttreten des Unfallversicherungsgesetz

01.06.1884

Der Prinz von Wales, Großmeister der Vereinigten Großloge von England, nimmt die Ehrenmitgliedschaft der Großen National Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" an.

1884-1885

Verhandlungen zur Berner Übereinkunft zu Staatsverträgen über Urheberrecht, Musterschutz, Markenschutz und Patentrecht.

1886

Ludwig II. König von Bayern für unmündig erklärt

09.09.1886

Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst, revidiert in Paris am 24. Juli 1971

22.06.1889

Inkrafttreten des Alters- und Invalidenversicherungsgesetzes

1890

Im Helgoland-Sansibar-Vertrag tritt Großbritannien die Insel Helgoland an das Deutsche Reich ab. Deutschland akzeptiert die britische Kolonialherrschaft in Sansibar.

1891

Inkrafttreten des Arbeiterschutzgesetz

14.04.1891

Madrider Abkommen über Unterdrückung falscher Herkunftsangaben auf Waren vom 14. April 1891

Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Fabrik- oder Handelsmarken vom 14. April 1891

1892

Erste kirchenamtliche Revision der Lutherbibel abgeschlossen.

1893

Gründung des „Bundes der Landwirte“

01.11.1893 ff.

Vorläufige Mitteilungen Freuds. Die Weltbewegung der Psychoanalyse beginnt.

1894 ff.

Arbeiten am Handelsgesetzbuch (HGB)

02.02.1894

Prinz Leopold von Preußen übernimmt das Protektorat für die drei altpreußischen Großlogen.

1895

Gründung der bekanntesten Stiftung in neuerer Zeit überhaupt wurde von einem Schweden ins Leben gerufen - Alfred Nobel - . Der Erfinder des Dynamits verfügte in seinem Testament von 1895, daß ein Teil seines Reichtums in eine Stiftung einfließen und die Zinsen aus dem Stiftungskapital als Preis jenen zukommen sollten, die jeweils "...im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben...".

 

Die Mustermesse löst die alte Leipziger Warenmesse ab. Die Leipziger Frühjahrsmesse geht als erste Mustermesse der Welt in die Geschichte ein.

Sie findet fortan in den „Messpalästen“ statt.

Erstmaliges Erscheinen des offiziellen Messadressbuches.

 

1896

Eröffnung des Städtischen Kaufhauses, des ersten „Meß-Palastes“ der Welt.

21.04.1896

Freud hält vor einem kleinen Kreis Wiener Kollegen daß zahlreiche Kinder, in erster Linie Mädchen von Familienangehörigen und hier hauptsächlich von ihren Vätern sexuell mißbraucht wurden, stößt ab Ablehnung und gerät dadurch in Isolation; 1905 widerruft er seine Mißbrauchtstheorie ("Verführungstheorie") öffentlich.

03.05.1896

10.06.1896

Erste Angriffe des Deutschen Adelsblattes gegen die deutsche Freimaurerei.

Protektor Prinz Leopold von Preußen stellt sich vor die deutschen Freimaurer.

1897

Leo Taxil teilt am Ostermontag in einem Saal der Geographischen Gesellschaft in Paris mit, welches Vergnügen es ihm bereitet habe, die Spitzen der katholischen Kirche durch 12 Jahre hindurch getäuscht zu haben.

Antifreimaurertagung in Wien unter Vorsitz des Kardinals Dr. Anton Gruscha, der von einem ehemaligen Freimaurer, dem Redakteur Karl Koller, veranstaltet worden war.

1898

Eberhard Nestles Griechisches Neues Testament, das später laufend dem Stand der neutestamentlichen Forschung angepaßt wird. erscheint erstmals bei der Württembergischen Bibelanstalt.

31.12.1899

Die drei preußischen Großlogen erhalten durch Kabinettsorder die Rechte juristischer Personen.

01.01.1900

Inkrafttreten des Bürgerlichen und Handels Gesetzbuch (siehe Bemerkungen 1874); Synchronisierung von HGB und BGB

 

Entmündigungsgesetz:

1. wer in Folge von Geisteskrankheit oder Geistesschwäche seine Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag.

2. wer durch Verschwendung sich oder seine Familie der Gefahr des Notstandes aussetzt.

3. wer in Folge von Trunksucht oder Rauschgiftsucht seine Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag oder sich oder seine Familie der Gefahr des Notstandes aussetzt und die Sicherheit anderer gefährdet.

Die Entmündigung ist wieder aufzuheben, wenn der Grund der Entmündigung wegfällt.

Die Entmündigung erfolgt durch Beschluß des Amtsgerichtes im Rahmen der Zivilprozeßordnung.

Jede Entmündigung wird in das Bundeszentralregister eingetragen, bei Aufhebung wird die Eintragung nicht gelöscht sondern durch den Vermerk "Wiederbemündigung" gekennzeichnet.

 

 

Kommentare   

0 # 1850 - 1900 - Bund der Staats-, Reichs- und Bahnbeamten Deutschlands eV -http://denkmalschutz- 2015-04-10 11:03
Great post. І will be experiencing a few of theѕe issues aѕ wеll..
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